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  • Kritik: Familienkomödie aus USA mit Jamie Lee Curtis

    Frankfurt/M (AP) Am 18. Hochzeitstag wird die Welt des Ehepaars Beindorf gründlich auf den Kopf gestellt. Die böse Überraschung trifft Janet und Ned völlig ahnungslos. Die Mutter, die ihrem 14jährigen Sohn Grover noch jeden Morgen Sandwichs für die Schule macht, hätte im Traum nicht gedacht, welche Eigenmächtigkeiten der Junge urplötzlich an den Tag legt. Gemeinsam mit der kleinen Schwester sperrt er die Eltern in den Keller ein. Der Grund: Janet und Ned wollen sich trennen. Gemeinsam gefangen, sollen sie zur Vernunft kommen und sich wieder versöhnen.

    Die Familienkomödie "Hausarrest" mit Jamie Lee Curtis und Kevin Pollak als zerstrittenes Ehepaar läuft am Donnerstag in den deutschen Kinos an. Die Kinder wissen sich nicht anders zu helfen. Der Trennungsbeschluß hat sie zutiefst erschüttert. Gemeinsam mit Grovers Schulfreund Matt hatten sie zum Hochzeitstag der Eltern ein Nostalgie-Video aus Aufnahmen von der Hochzeit, Urlauben und Familienereignissen zusammengestellt.

    Trotz der miesen Stimmung bitten die Kinder die zerstrittenen Eltern zum Candlelight-Dinner im Hawaii-Ambiente in den Keller. Natürlich streiten sich die Erwachsenen wieder. Da rennen die Kinder die Kellertreppe hinauf und sperren die Tür ab. Doch die erhoffte Versöhnung, so müssen sie am nächsten Morgen feststellen, kommt in der Nacht nicht zustande. Die Kinder verlängern die Lektion.

    Dann aber hat Grover das Ganze bald nicht mehr unter Kontrolle. Der ältere J. T., der ihm in der Schule schon öfter einen bösen Streich gespielt hat, findet die Aktion cool und mischt sich ein. Im Handumdrehen hat er die Kellertür im Haus der Beindorfs durch ein unüberwindliches schmiedeeisernes Tor ausgetauscht, das er zudem noch unter Strom setzt. Kurze Zeit später finden sich auch J.T.s und Matts Eltern, die Krupps und die Finleys im Beindorfschen Keller als Gefangene wieder. Chaos, Beziehungsstreß und Turbulenzen bleiben da nicht aus. Und obendrein hat der neugierige Nachbar, Expolizist Rocco (gespielt von dem Hollywood-Veteranen Ray Walston), Verdacht geschöpft.

    In dem Film sind die dramatischen Höhepunkte allerdings wohldosiert. Das Erzähltempo verliert immer wieder die anfängliche Spannung. Wer einen anarchistischen Filmspaß erwartet, wird enttäuscht. Denn das Grundthema sind nicht die Allmachts- und Befreiungsphantasien von Rabauken nach dem Motto "Kinder an die Macht", sondern - wieder einmal - der alte Hollywood-Mythos von der absolut harmonischen Familienidylle als Ziel aller Wünsche.

    Womit "Hausarrest" dennoch vor allem wohl die pubertierenden Kinogänger einnehmen wird, sind Anflüge von schwärzlichem Humor und eine spielfreudige Schauspielerschar. Regisseur und Produzent Harry Winer wählte Jamie Lee Curtis für die Hauptrolle aus, die als Gangsterbraut in "Ein Fisch namens Wanda" Furore gemacht hat. Sie sagt: "Die physische Komik ist eine meiner Lieblingsdisziplinen." Ihren Filmpartner Kevin Pollak wählte sie selbst aus; er ist unter anderem aus "Casino" bekannt. Sie spielen ein Paar, das kapituliert, weil es sich im Alltagsstreit zu sehr verstrickt hat. Komisch ist das allerdings kaum.

    Zum Lachen dagegen benehmen sich ihre unfreiwilligen Kellergenossen: Cindy Figler kommt, obwohl über 30, aus ihrem Kleinmädchenverhalten nicht heraus, Anwalt Donald Krupp unterdrückt seine Frau Gwenda mit rüdem Machogehabe, und die Finleys nerven mit ihrem Brachialhumor. Die Vernünftigen sind in "Hausarrest" die Kinder, vor allen anderen der pfiffige Grover (Kyle Howard), der am Ende ganz schön in der Klemme sitzt...

    Drehbuchautor Michael Hitchcock, weder verwandt noch verschwägert mit Krimigenie Alfred, ging von dem Disney-Film "The Parent Trap" ("Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt") aus, einer Geschichte nach Art von Erich Kästners Buch "Das doppelte Lottchen".

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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