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  • Kritik: Erster Spielfilm von "Mr. Bean" alias Rowan Atkinson

    München (AP) Der Kunstexperte David Langley ist verzweifelt. Kaum hat er den angeblich weltberühmten Kollegen Doktor Bean von der Royal National Gallery of England als Gast in sein Haus aufgenommen, bricht das Chaos aus. Der als Höhepunkt eines Abendmenüs gedachte Truthahn explodiert in der Mikrowelle, eine wertvolle Glasfigur geht in die Brüche, und die Ehefrau denkt an Scheidung. Hinter den Beinahe-Katastrophen steckt natürlich kein Geringerer als der fast schon legendäre "Mr. Bean" alias Rowan Atkinson.

    An seinem ersten Spielfilm feilte der hochgelobte Komiker aus Großbritannien zusammen mit zwei befreundeten Drehbuchschreibern rund drei Jahre. "Bean - der ultimative Katastrophenfilm", der am 28. August in die Kinos kommt, sollte keine bloße Serie von Sketchen werden, sondern neue Facetten des grenzenlos abenteuerlustigen Unheilstifters zeigen. Tatsächlich spricht "Mr. Bean", der bisher außer Grunz- und Gurgellauten eher stumm war, zum ersten Mal mehrere Sätze am Stück.

    Die verbesserte Kommunikationsfähigkeit ändert jedoch nichts daran, daß Mr. Bean auch in diesem Streifen überall, wo er auftaucht, ein riesiges Durcheinander hinterläßt. Der Mann mit dem Gelee-Gesicht mimt zunächst einen nichtsnutzigen Wärter der Pariser Kunstsammlung Musee D'Orsay. Seine Vorgesetzten würden ihn am liebsten sofort loswerden. Als sich endlich eine Gelegenheit ergibt, ergreift sie der Museumschef beim Schopf: Mr. Bean wird als angeblicher Kenner impressionistischer Kunst nach Amerika geschickt, um dort bei einem Kulturereignis erster Güte mitzuwirken.

    Das bedeutendste Gemälde der amerikanischen Kunst, ein Porträt des Malers James Abbott McNeill Whistler, kehrt nach langen Jahren im europäischen "Exil" in die Vereinigten Staaten zurück. Der Käufer des Bilds, die Grierson Gallery in Los Angeles, will die Rückkehr natürlich gebührend feiern. Als Hauptredner des Festakts ist der angesehene Whistler-Experte aus London vorgesehen, ein gewisser Dr. Bean.

    Schon der Flug über den Atlantik gerät zum Slapstick-Großereignis: Mr. Bean malträtiert seinen Sitznachbarn im Flieger und wird nach der Landung von der Flughafenpolizei gejagt, die ihn wegen einer unbedachten Handbewegung für einen Terroristen hält. Nachdem er anschließend die Familie seines Gastgebers Langley (Peter Mac Nicol) so richtig aufgemischt hat, folgt eine Serie weiterer Pannen, die in der Zerstörung des 50-Millionen-Dollar-Gemäldes gipfelt.

    Mr. Bean ist immer dann besonders komisch, wenn er zwei Dinge auf die Schippe nimmt: den Gegensatz zwischen Amerika und Europa und die Eitelkeiten in der Welt des internationalen Kunstbetriebs. Beispielsweise paßt sein speckiges Tweed-Jacket mit Ärmelschonern - davon wurden bei den Dreharbeiten ganze zehn Exemplare verschlissen - ungefähr genausogut in die Hitze Kaliforniens wie ein Hawaii-Hemd bei der Doktorfeier in Cambridge. Und was die Kunstszene angeht, so machen die Tolpatschigkeiten von Mr. Bean erst so richtig deutlich, wie lächerlich aufgeplusterte Experten sein können.

    Eines soll jedoch nicht verschwiegen werden: Wem die fortgesetzten Grimassen und die oft derbe Situationskomik von Mr. Bean schon in den Sketchen eher auf die Nerven gingen, der wird auch mit dem Spielfilm nicht glücklich werden. Doch die Liebhaber britischen Humors werden auch nach dem Spielfilm Fans von Mr. Bean bleiben. Rowan Atkinson, der zurückgezogen mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Söhnen in der Nähe von Oxford lebt, hat noch längst nicht vor, die von ihm geschaffene Figur zu den Akten zu legen. Seine Verbundenheit mit Mr.Bean erklärt Atkinson so: "Irgendwie ist Mr. Bean so, wie ich als Kind war: Neugierig, hemmungslos und hundsgemein."

    Von AP-Korrespondentin Stefanie Kreiß

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