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  • Kritik: Erotisches vom Nachbarn

    Weder notwendig noch reizvoll

    Die jüngste Kostprobe gallischer Erotikkost ist ab dem 6. Dezember in den Kinos unter dem Titel "Das Geheimnis" zu sehen. Die junge Regisseurin Virginie Wagon hat diesen Film nach einem von ihr und Erick Zonca verfassten Buch in Szene gesetzt. Hauptfigur des mit 107 Minuten zu lange geratenen Streifens ist die 35-jährige Marie. Die verheiratete Mutter eines Sohnes verkauft bei ihren Hausbesuchen erfolgreich Lexika. Mit ihrem Mann Francois ist Marie recht glücklich, aber das Feuer der Leidenschaft zwischen beiden ist erloschen.

    Das ist wohl auch der Grund dafür, warum sich die Pariserin auf eine heiße Affäre mit dem ebenso hünenhaften wie geheimnisumwitterten schwarzen Amerikaner Bill einlässt. Eigentlich sollte der ja nur das Lexikon erwerben, Bill unterschreibt trotz mangelnder Sprachkenntnisse auch bereitwillig den Kaufvertrag. Doch Marie will noch etwas anderes von dem gar nicht so sonderlich an ihr interessiert wirkenden Mann: animalischen Sex in allen Positionen und Variationen. Und so liegt sie bald mit wohliger Lust unter oder auf dem schweren Körper mit der dunklen Haut.

    Das führt zu Konflikten mit dem misstrauisch werdenden Ehemann. Aber Marie will nicht auf ihren Liebhaber verzichten. Erst am Schluss gibt es eine neue Chance für Marie und Francois, lässt sich die Familie vielleicht doch noch retten. Aber ein eindeutiges Happy End verweigert Virginie Wagon dem Zuschauer, was auch gut so ist. Denn die Bruchstelle im Leben des Paares mag sich überbrücken lassen, vergessen wird sie nicht werden können. Marie wird für die Realisierung ihrer erotischen Träume einen Preis zu zahlen haben.

    Der Film macht uns nicht viel schlauer, warum Marie so versessen darauf ist, sich unbedingt mit dem beim Sex heftig schwitzenden und beängstigend laut schnaufenden Bill in den Federn zu wälzen. Geht es der Filmemacherin darum, das traditionelle Verhältnis der Geschlechter - triebhafter Mann, willige Frau - umzukehren? So revolutionär ist das wirklich nicht mehr. Oder will uns Wagon sagen, dass auch verheiratete weiße Frauen unerfüllte Sehnsüchte haben, vor allem nach farbigen Potenzprotzen? Das wäre doch wohl eher peinlich.

    Wagon hat in Anne Coesens eine sympathische Hauptdarstellerin gefunden, die ihre pikante Rolle mit Würde absolviert. Der bislang vor allem in amerikanischen Horrorfilmen hervorgetretene Tony Todd als Bill wirkt oft so, als amüsierte er sich noch beim Spielen über den ihm zugedachten Part. Immerhin soll er der Regisseurin nach Beendigung der Dreharbeiten versichert haben, seine erste "menschliche" Rolle gehabt zu haben. So wäre auch dieser weder überaus notwendige noch überaus reizvolle Film doch noch zu etwas gut.

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