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  • Kritik: Erotische Komödie

    Endlich Urlaub. Bloß raus aus dem Alltag. Und plötzlich werden Sehnsüchte geweckt, Beziehungen geraten ins Schwanken wie Fischerboote im Wind.

    Der sichtlich nervöse Familienvater Marc (Gilbert Melki) reist mit seiner attraktiven Ehefrau Béatrix (Valeria Bruni-Tedeschi, «5x2») und den beiden fast erwachsenen Kindern Laura (Sabrina Seyvecou) und Charly (Romain Torres) in das Ferienhaus an die Côte d'Azur, in dem er schon als Teenager die Ferien verbrachte. Diesmal ist alles anders, die Karten werden neu gemischt, und nicht nur die frischen Austern wecken starke Begierden.

    Die französischen Regisseure Olivier Ducastel und Jacques Martineau haben mit «Meeresfrüchte» eine muntere, frivole Sommerkomödie inszeniert, die anfangs nicht so recht in Gang kommt, der man aber spätestens nach der ersten Gesangseinlage nicht mehr böse sein kann. Und ab dann dreht sich das Liebeskarussell immer schneller. Der böige Mistral weht in dieser bunten Scharade die Beziehungen so richtig durcheinander.

    Der harmonische Familienurlaub ist passé, als Beatrix' fintenreicher Liebhaber Mathieu (Jacques Bonnaffé) am Mittelmeer aufkreuzt. Sie treiben es, wo immer es gerade geht, und zwischen den Akten stolziert der kauzige Mathieu wie ein Pantomime durch die Gegend. Oder er versteckt sich nackt hinter einer Grünpflanze. Schöne Bescherung, bisweilen kommt diese Erotik-Posse hemmungslos albern daher. Und unverkennbar boulevardesk werden immer wieder die Türen geöffnet und zugeschlagen.

    Beatrix ist also beschäftigt, ihr Ehemann Marc schielt derweil den Männern hinterher. Er hat unbegründete Angst, dass sein 17-jähriger Sohn Charly schwul sein könnte. Dabei stellt sich heraus, dass Marc als Teenager selbst ein Faible für gutgebaute Männer hatte. Sein verflossener Ex ist niemand anders als der Klempner Didier (Jean-Marc Barr), der im Haus bald ein und aus geht.

    Peinlich wirken diese Verwicklungen in keiner Sequenz. Die Erwachsenen üben sich im Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, während die Teenager eher staunend daneben stehen. «Jugendliche sind so konventionell», sagt Béatrix einmal zu ihrem Marc. Am Ende mündet diese federleichte Farce in eine Familien-Utopie, in der jeder gemäß seinen Bedürfnissen glücklich werden kann. Zu schön, um wahr zu sein.

    dpa

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