40.000
  • Startseite
  • » Kritik: "Eraser" würde Schwarzenegger seinen Kindern verbieten
  • Kritik: "Eraser" würde Schwarzenegger seinen Kindern verbieten

    Frankfurt/M (AP) Arnold Schwarzenegger ist ein sehr besorgter Vater. Deshalb sehr besorgter Vater. Deshalb würde er seinen drei Kindern fast alles erlauben, nur nicht den Besuch seines neuen Films "Eraser", der am 22. August in den deutschen Kinos anlaufen wird. Denn "Eraser" ist voll von der Gewalt, die das Muskelidol aus der Steiermark nach jüngstem Bekunden am liebsten "persönlich vernichten" würde. Wenn der mit Gewaltstreifen zum vielfachen Millionär gelangte "Terminator" solches seinen Kindern erzählt, werden die seinen Worten mehr Glauben schenken als "Eraser"-Besucher nach 115 Minuten.

    Daß ausgerechnet diese Gewaltorgie für eine festliche Premiere während der Olympischen Spiele in Atlanta erkoren wurde, ist kaum glaublich. Denn die einzige "sportliche Disziplin", die in "Eraser" ausgiebig betrieben wird, ist das Vernichten von Menschen. Auf welche Höhe deren Zahl beim Abspann geklettert ist, dürften noch nicht einmal die Filmemacher selbst überblicken. Daß auch die Geschichte, die die Abfolge mehr oder weniger spektakulärer Action-Szenen zusammenklebt, ebenfalls nicht immer einleuchtend ist, fällt weniger ins Gewicht. Denn schließlich geht es bei Filmen wie "Eraser" einzig ums Trommelfeuer der Effekte.

    In dieser Beziehung hat der Streifen einiges zu bieten. Der von Schwarzenegger verkörperte Filmheld, US-Marshall John Kruger, scheut keine Anstrengung, um seinem Auftrag nachzukommen: Er soll eine wichtige Kronzeugin gegen das organisierte Verbrechen vor Anschlägen schützen. Das tut der Superstar mit der Nullmimik zu Land, zu Wasser und gar am Computer. Zwar ist "Arnie", wie ihn seine Fans liebevoll nennen, an diesem Gerät fast anrührend deplaziert. Und bei einem vom Drehbuch geforderten Gang durch eine Schwulenbar ist zu erkennen, welches die anstrengendste Szene im ganzen Film für ihn war.

    Aber bevor sich beim Betrachter noch ein wenig Mitleid mit dem austro-amerikanischen Modellkörper breitmacht, wird der von der Regie bereits in die nächste Actionsequenz gejagt. Schließlich darf er mit einem Wundergewehr rechts, einem Wundergewehr links so viel Böses und Böse auslöschen, daß der Kinobesucher den Saal in der guten Hoffnung verläßt, da draußen drohe ihm nun keinerlei Gefahr mehr. Aber wenn er merkt, daß diese Hoffnung einmal mehr trog, haben "Arnie" und seine Produzenten schon wieder etliche Millionen auf die Seite gebracht.

    Mit dem vielen Geld macht der seit 1983 amerikanische Staatsbürger Schwarzenegger bekanntlich viele gute Dinge, die auch nie der Öffenlichkeit verborgen bleiben: Er unterstützt die Republikaner im Wahlkampf, profiliert sich als Kunstsammler, kümmert sich um gefährdete Großstadt-Jugendliche und betätigt sich auch noch als Gastronom. Aber seine vielleicht wichtigste Rolle ist eine, von der er wahrscheinlich überhaupt nichts weiß und die der Filmpublizist Georg Seeßlen so beschrieben hat: "Schwarzenegger ist der Fremde, der gekommen ist, den Amerikanern zu beweisen, daß ihr Traum noch funktioniert."

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Jochen Magnus

    Mail | 0261/892-330

    Abo: 0261/9836 2000

    Anzeigen: 0261/9836 2003

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Montag

    -4°C - 2°C
    Dienstag

    1°C - 3°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Donnerstag

    4°C - 8°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!