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  • Kritik: Epos über Liebe und Krieg

    Cage trainerte italienischen Akzent und lernte Mandoline spielen

    In seinem neuen Kinofilm "Corellis Mandoline" schildert der englische Regisseur John Madden ("Shakespeare in Love") die zarte Annäherung zwischen einer stolzen Griechin und einem lebenslustigen Offizier. Das kurze Liebesglück wird abrupt durch die Schrecken des Krieges zerstört.

    Die Regie des Films sollte ursprünglich Roger Michell übernehmen, der das Projekt jedoch nach einem Herzinfarkt abgeben musste. Ganz oben auf der Wunschliste der Produzenten stand John Madden, der sofort nach der Lektüre des Drehbuchs einwilligte. "Meine einzige Bedingung war, dass wir das Skript neu erarbeiten. Ich wollte mich selbst mit dem Roman beschäftigen, um meine eigene Vision entwickeln zu können", sagt er im Gespräch.

    Zu diesem Zeitpunkt lag bereits die Zusage von Nicolas Cage für die männliche Hauptrolle vor. Der Hollywood-Star war von dem Stoff so begeistert, dass er sich für seine Rolle als Offizier einen italienischen Akzent antrainierte und Mandoline spielen lernte. Penélope Cruz und ihr Filmvater John Hurt waren hingegen gefordert, ihre Parts mit einem griechischen Akzent zu spielen. "Solche Herausforderungen gehören zum schauspielerischen Handwerk", versichert der britische Charakter-Darsteller Hurt, "bevor wir mit den Dreharbeiten begannen, mussten Tänze eingeübt und Songs gelernt werden. Das ganze Film-Team war wie eine große Familie, die mehrere Monate zusammen auf dieser Insel verbrachte."

    Als Schauplatz wählte die Produktionsfirma die griechische Insel Kellaphonia, wo die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs ihre italienischen Verbündeten in einem entsetzlichen Massaker niedermetzelten. "Das Interesse an unserem Film war immens", berichtet der Regisseur, "bereits vor Drehstart wurden dort Postkarten von unserem Set verkauft." Für das größte Aufsehen sorgten die Kriegsszenen. "Einige Hausbesitzer vermieteten ihre Dächer an griechische Fernsehteams, die unsere Aufnahmen einfach mitdrehten, da wir keine entsprechend hohen Absperrungen bauen konnten." Noch bevor Madden die ersten Muster aus dem Kopierwerk in England erhielt, liefen seine Bilder schon im griechischen Fernsehen.

    Neben der romantischen Liebesgeschichte erzählt "Corellis Mandoline" aber auch von der Begegnung unterschiedlicher Kulturen, die auf der Insel aufeinander treffen. "Der Konflikt zwischen den Griechen und Italienern hätte während der Besatzungszeit durchaus eskalieren können", sagt der Regisseur, "doch stattdessen haben sie sich miteinander angefreundet." Umso abrupter erscheint der plötzliche Bruch in dem Film, der vom Melodram nahtlos in einen harten Kriegsfilm übergeht. "Ebenso überraschend hat das damals die Menschen auf Kephallonia getroffen", meint Madden, "diese Verbindung zwischen Liebe und Krieg hat mich an der Geschichte gereizt, denn in solchen Extrem-Situationen entstehen sehr gegensätzliche Emotionen."

    Birgit Heidsiek, dpa

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