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  • Kritik: Entführungsdrama als RegieKunstwerk

    Manche Filme leben von einer ausgefallenen Geschichte, andere von der ausgefallenen Art, eine gewöhnliche Geschichte zu erzählen. So wie «Mann unter Feuer» - im Grunde ein Entführungsdrama, wie es sie zu Dutzenden gibt, wäre da nicht der ausufernde Erzählstil von Regisseur Tony Scott.

    Als wollte er jede Szene in ein kleines Kunstwerk verwandeln, überschüttet Scott die Zuschauer mit durchgestylten Bildern, Zeitlupen, ungewöhnlichen Blickwinkeln, atemberaubend schnellem Schnitt und schrillen Farben. Dazu glänzt Hollywood-Star Denzel Washington in der Hauptrolle, und die erst zehnjährige Dakota Fanning setzt die Reihe der Kinderdarsteller fort, die ihre erwachsenen Filmpartner mühelos an die Wand spielen können.

    Die Geschichte fängt an wie ein Action-Thriller. In Mexiko werden Kinder entführt. Die Bande kennt keine Gnade, viele Fälle gehen tragisch aus. In dieser Zeit kommt der Ex-Spezialsoldat John Creasy (Washington) nach Mexiko, der seine traumatischen Erinnerungen in Alkohol ertränkt. Mit Hilfe seines alten Armee-Kumpels Rayburn, gespielt von dem wie immer etwas unheimlichen Christopher Walken, bekommt er einen Job als Leibwächter in der Familie eines Industriellen und soll dessen Tochter Pita (Fanning) bewachen. In ihrer Gesellschaft taut Creasy langsam auf und entdeckt seine menschliche Seite wieder. Doch dann wird auch Pita entführt und Creasy geht auf einen Rachefeldzug von grenzenloser Brutalität.

    Scott balancierte schon immer zwischen Kunst und Klischee. Zuletzt mischte sich in «Bad Boys II» eine ausgefeilte Bildführung mit banaler Handlung und einer maßlosen Übermacht endloser Kampfszenen. Zugleich aber können wenige Regisseure in Hollywood Action mit der für Scott typischen Eleganz drehen.

    Der 50-jährige Regisseur stand immer etwas im Schatten. Zum einen in dem seines älteren Bruders Ridley Scott, der mit «Alien» und «Blade Runner» Kultstatus errang und für «Gladiator» endlich auch mit einem «Oscar» gekrönt wurde. Auch als er in den 90er Jahren einer der Stammregisseure des Starproduzenten Jerry Bruckheimer wurde, schaffte er mit Filmen wie «Top Gun» oder «Bad Boys» zwar solide Publikumserfolge, aber die richtig großen Kracher wie «Pearl Harbor» fielen seinem Kollegen Michael Bay zu.

    Scott kann auf ein beachtliches handwerkliches Können zurückgreifen. Und auch Routinier Washington gibt sein Bestes. Allerdings genügt auch das alles nicht, um eine recht einfach gestrickte Entführungsgeschichte auf fast zweieinhalb Stunden auszudehnen, zumal die Story gelegentlich in Scotts vielen Tricks untergeht.

    dpa

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