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  • Kritik: Emotionsgeladenes Teenager-Drama

    Gut gelaunt stürzen sich zwei Freundinnen in das pulsierende Berliner Nachtleben. Von einem schwarzen Ledersofa aus mustern sie interessiert die Gäste in dem Szene-Club und lästern amüsiert über ein wild knutschendes Pärchen. Doch der kichernden 17- Jährigen (Karoline Herfurth) bleibt plötzlich das Lachen im Halse stecken, als sie erkennt, dass es sich dabei um ihren eigenen Vater (Stefan Kurt) handelt.

    Gemeinsam mit ihrer besten Freundin (Anna Maria Mühe) heckt sie einen hinterhältigen Racheplan aus. In ihrem ersten Kinofilm "Große Mädchen weinen nicht" seziert die schwedische Drehbuchautorin und Regisseurin Maria von Heland das Lebensgefühl von Teenagern, die zwischen extremen Emotionen wie Euphorie, Orientierungslosigkeit und Weltschmerz hin- und hergerissen sind.

    Bevor die Regisseurin damit begann, das Drehbuch zu schreiben, nahm sie Kontakt zu zahlreichen Heranwachsenden in Berlin auf. Mit mehr als zwei Dutzend von ihnen führte sie mehrstündige Video- Interviews, um in Erfahrung zu bringen, welche Elemente in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen.

    Was heißt es, heute siebzehn zu sein?

    "Es war mir wichtig, eine Idee davon zu bekommen, was es heißt, heute siebzehn zu sein", sagt die Regisseurin im Gespräch. Inspiriert von den unterschiedlichen Erfahrungen der Mädchen, brachte die Filmemacherin die Probleme der Jugendlichen mit der Suche nach Identität, Sex, Elternhaus, Schule und Zukunft auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.

    In "Große Mädchen weinen nicht" kracht die heile Welt der geschockten Schülerin wie ein Kartenhaus zusammen. Ihre Verzweiflung schlägt bald in Wut um, die sie auf die Tochter (Josefine Domes) der heimlichen Geliebten projiziert. Um das ahnungslose Mädchen bis auf die Knochen zu blamieren, schickt sie die junge Musikerin zum Vorsingen zu ihrem Freund (David Winter), der gerade eine Sängerin für seine Band sucht. Doch zu ihrem Entsetzen ist er von diesem Naturtalent begeistert. Getrieben von blinder Eifersucht und Rachelust lockt sie die verhasste Rivalin in eine gefährliche Falle.

    Hauptdarstellerin in Berliner Café entdeckt

    Sowohl die begabte Musikerin Domes, die drei eigene Songs dem Film beisteuerte, als auch die Nebendarstellerin Jennifer Ulrich entdeckte die Regisseurin bereits bei ihren Recherchen. Als schwieriger erwies sich die Suche nach passenden Schauspielerinnen für die Hauptrollen. In einem Berliner Café entdeckte die Regisseurin zufällig die Tochter von Ulrich Mühe und Jenny Gröllman, die noch nie vor der Kamera gestanden hatte. "Ich habe sie einfach angesprochen und zu Probeaufnahmen eingeladen. Mit ihr hatte ich die perfekte Besetzung für diese Rolle gefunden."

    Freundschaft und Loyalität auf den Prüfstand

    In ihrem Film fängt von Heland subtil die verletzliche Gefühlslage der jungen Heldinnen ein. Die abenteuerliche Reise ins Erwachsenwerden, bei der Werte wie Freundschaft und Loyalität auf den Prüfstand gestellt werden, begeisterte das Publikum auf dem Filmfestival in San Sebastian so sehr, dass Columbia TriStar den Film nun auch in Spanien ins Kino bringt. "Es ist einfach spannend", resümiert die Schauspielerin Nina Petri, die eine Mutterrolle spielt, "in diese Zeit zurückzublicken, in der das Leben so aufgewühlt ist."

    Birgit Heidsiek, dpa

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