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  • Kritik: Emma Thompson sorgt für Verstand und Gefühl

    Wenn Gefühl und Verstand eng beieinander liegen, kommen sie sich erfahrungsgemäß auch in die Quere. Manchmal gehen sie allerdings getrennte Wege, immer dann, wenn die Vernunft die Oberhand behält. Auf die Schwestern Dashwood trifft sowohl das eine als auch das andere zu: Elinor (Emma Thompson), die Ältere der beiden, liebt den jungen Adligen Edward (steif wie sein gestärkter Hemdkragen: Hugh Grant), doch ihre Erziehung hält sie davon ab, ihm ihre Gefühle offen zu zeigen.

    Ganz anders Marianne (Kate Winslet); der impulsiven jungen Frau wird zwar hartnäckig von dem älteren Colonel Brandon (Alan Rickman) der Hof gemacht, doch weder dessen gute Manieren noch ein erhebliches Hab und Gut des Edelmannes üben einen Reiz auf die heißblütige junge Dame aus. Denn Marianne hat sich Hals über Kopf in den Ritter von der schönen Gestalt Willoughby (Herzensbrecher Greg Wise) verliebt. Doch der braunäugige Schönling liiert sich nach einer kurzen Affäre standesgemäß mit einer höher gestellten Dame der Gesellschaft. Denn die Dashwood-Schwestern nebst ihrer würdevollen Mutter und der jüngsten Schwester Margaret (Emile Francois) sind nach dem Tod des Familienoberhauptes völlig verarmt. Mit dem Geld sind längst nicht Stil und Stolz abhanden gekommen. Und so leiden die Dashwoods mehr oder minder still vor sich hin, bis sich das Schicksal doch noch wendet . . .

    Das alles klingt sehr tragisch und ein bißchen trocken, ist es aber nicht. Daß der Humor nicht auf der Strecke bleibt, liegt zum einen am Skript, das Emma Thompson lieferte. Drei Jahre arbeitete die Schauspielerin daran, schließlich war es ihr erstes. Doch das gerade erst mit einer Oscar-Nominierung honorierte Kunststück, den auf einen Roman der englischen Schriftstellerin Jane Austen basierenden Stoff für die Leinwand zu adaptieren, gelang: Emma Thompson entstaubte die 200 Jahre alte Geschichte, ohne ihr die Ursprünglichkeit zu nehmen. Und Regisseur Ang Lee verlieh dem Geschehen auflockernde Ironie. Daß Emma Thompson ebenso wie alle anderen Akteure eine brillante Leistung liefert, versteht sich fast von selbst. Bei ihr liegen eben Gefühl und Verstand nebeneinander - maßgenau. bo.e.

    Copyright: DIE WELT, 7.3.1996

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