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  • Kritik: Emir Kusturicas preisgekröntes

    Überschäumende Lebensfreude noch in den absurdesten und hoffnungslosesten Situationen zeichnet das Zigeunermärchen "Schwarze Katze, weißer Kater" des bosnischen Regisseurs Emir Kusturica aus. Da verheiratet ein hochverschuldeter Mann kurzerhand seinen Sohn mit der exzentrischen Schwester seines Gläubigers. Entsetzen bei allen Betroffenen. Am Ende wird natürlich alles gut, doch bis dahin kann der Zuschauer mit kraftvollen und farbensatten Bildern in eine andere Welt eintauchen.

    "Schwarz und Weiß wie die Extreme des Lebens", erklärt Kusturica den Titel seines ungewohnt unpolitischen Films. Mit der deutsch- französisch-jugoslawischen Koproduktion gewann er bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig im vergangenen September den Silbernen Löwen für die beste Regie.

    Im Donau-Delta treffen Zigeunerkönige, Gangster, Musiker und Liebespaare aufeinander. Wie immer hat Kusturica ("Time of the Gypsies") neben professionellen Schauspielern auch Roma als Darsteller verpflichtet, die sonst in ganz anderen Berufen arbeiten. Der eine ist Schmelzer in einer Eisenfabrik, der andere war bis zu seiner Rente Besitzer eines "Schuhputzsalons" in Zagrebs Hauptbahnhof.

    Kusturica bevölkert die Leinwand mit Charakteren, die in Kitsch, Folklore und deftigem Humor schwelgen. Musik ist das verbindende Element der raschen Szenenabfolge rund um die Hochzeitsfeier des unfreiwilligen Paares. Der mit Gold behängte Gangster Dadan ist sauer, weil seine Schwester sich weigert, den Jungen zu heiraten, den er für sie ausgewählt hat. Der liebt aber sowieso eine andere, und so tut sich das vermeintliche Brautpaar zusammen, um dem Schicksal den rechten Weg zu weisen. Slapstick-Einlagen der sich streitenden Familienmitglieder und derbe Scherze auf Kosten des arroganten Dadan machen Kusturicas Werk zu einer rasanten Komödie.

    Eigentlich wollte Kusturica nach seinem kontrovers diskutierten Werk "Underground" (1995) nie mehr einen Film drehen. Doch sein Produktionsteam bestürmte ihn und schlug ihm einen Dokumentarfilm über Zigeunermusiker vor. Daraus wurde dann ein Spielfilm mit komödiantischer Sprengkraft. Kusturica, Stammgast auf den großen Filmfestivals in Venedig, Cannes und Berlin, wurde 1954 in Sarajevo geboren und ist bosnischer Moslem. Er legt allerdings Wert darauf, als Jugoslawe bezeichnet zu werden.

    Jedes seiner bisherigen Werke, darunter "Papa ist auf Dienstreise" (1985), "Time of the Gypsies" (1989) und "Underground" (1995) hat bereits Festivalpreise gewonnen, gleichzeitig aber auch das Kinopublikum begeistert. Mit seinem neuen Film wird ihm das sicher auch gelingen.

    Elke Vogel, dpa

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