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  • Kritik: Elizabeth Hurley als verführerisches Satansweib

    In der Komödie "Teuflisch" verkörpert Elizabeth Hurley die Fleisch gewordene teuflische Verführung. In hautengen, knallroten Designerkreationen oder auch mal im knappen Bikini mit echter Schlange als Halsschmuck umgarnt sie den Computertechniker Elliot Richards (Brendan Fraser), der eigentlich nur eines will: die angebetete Kollegin Alison (Francis O'Connor) für sich zu gewinnen.

    Die übersieht ihn wie alle anderen in der Firma. Denn mit Elliot kann man bestenfalls Mitleid haben: Mit seiner unbeholfenen und ungehobelten Art, sich anzubiedern, sieht man ihm den Loser meilenweit an.

    Sein erster Annäherungsversuch an Alison endet, wie er enden muss, und in seiner Verzweiflung betet er "Oh Gott, ich würde alles geben, um mit ihr zusammen zu sein." Prompt erscheint die Teufelin an Ort und Stelle und schlägt ihm ein Geschäft vor: seine Seele gegen die Erfüllung von sieben Wünschen.

    Natürlich kann Elliot der Versuchung nicht widerstehen. Naiv, wie er ist, kommt ihm natürlich nicht in den Sinn, dass Wünsche sehr interpretationsfähig sind. Er will reich, einflussreich und mit Alison verheiratet sein und findet sich als kolumbianischer Drogenboss wieder, der von seiner Frau betrogen und von dessen Geliebten mit Waffengewalt davongejagt wird. Mit dem Beeper der Teufelin kommt er gerade noch rechtzeitig aus diesem Albtraum heraus. Er hat ja noch sechs Wünsche frei. Bis er jedoch begreift, dass das Biest in Rot hinterhältigen Schabernack mit ihm treibt, hat er sich noch einige Male zum Narren machen lassen. Endlich klug geworden, will er einen Ausweg finden, um den Vertrag zu kündigen.

    Die Grundidee stammt aus dem britischen Film "Bedazzled" ("Geblendet") von 1967, der deutsche Titel war "Mephisto 68". Ein männlicher Teufel machte sich eine Höllen-Gaudi daraus, den schüchternen Koch Stanley (Dudley Moore) als Intellektueller, Millionär, Popstar und als Nonne um die Gunst der Kellnerin Margret werben zu lassen. "Bedazzled" 2000 trägt unverkennbar die Handschrift von Harold Ramis, des Regisseurs der Kinoerfolge "Ghostbusters", "Und täglich grüßte das Murmeltier" und zuletzt "Reine Nervensache". Wieder wirbelt er seine Darsteller mit spielerisch leichter Hand durch Fantasiewelten, macht mit seinem Spott vor nichts halt und schafft es dennoch, dass man die Figuren mag.

    Brendan Fraser variiert den lächerlich-rührenden Charakter mit einem fulminanten Rollenwechsel. Der Kern der Persönlichkeit bleibt immer erkennbar: Der sensible große Jungen sieht mit demselben verständnislos enttäuschten Hundeblick in die Welt wie der zweieinhalb Meter große Basketballstar oder der weltgewandt-eloquente große Schriftsteller, wenn er erkennt, dass er wieder hereingelegt worden ist.

    Auf die Spielarten der Teufelin hätten die Autoren ruhig mehr Fantasie verwenden können. Den Einfall, den Teufel als Frau zu zeigen, hatte angeblich die Ehefrau des Regisseurs. Der Film betont vor allem die körperliche Präsenz des Models Elizabeth Hurley. Damit der Held der Geschichte nicht an die Wand gespielt wird, muss die Persönlichkeit weniger auffällig sein. Statt böses Satansweib ist die Teufelin eine augenzwinkernd freche Verführerin, die es genießt, ihre Macht, modische Gewandtheit und Durchtriebenheit vorzuführen. Dadurch wirkt sie ausgeglichen; die Gier, eine neue Seele in ihren Besitz zu bringen, tritt hinter ihrem Bedürfnis nach Amüsement zurück.

    Der routiniert vom Komödienmeister Ramis inszenierte spritzig-leichte Kinospaß zeigt am Schluss deutliche Erschlaffung, aber immerhin hält er den ironisch-amüsierten Grundton bis zum willkürlich gesetzten Happy End durch.

    Inge Treichel, AP

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