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  • Kritik: Einmal «Eisprinzessin» sein!

    Welches Mädchen träumt nicht irgendwann einmal davon, in die Haut einer Primaballerina, einer Kunstturnerin oder einer Eiskunstläuferin zu schlüpfen - kurz: In die Rolle einer in Glanz und Tutu gefeierten Prinzessin. Der Film «Die Eisprinzessin» greift diese märchenhafte Vorstellung auf und lässt gleich zwei Wunder geschehen: Protagonistin Casey (Michelle Trachtenberg) ist hochintelligent und hat gleichzeitig das Zeug zum Champion auf dem Eis. Sie muss sich entscheiden: Harvard oder Schlittschuhbahn.

    Der Walt Disney Film von Regisseur Tim Fywell präsentiert das alte Spiel der Wahl zwischen dem, was Eltern für ihr Kind erträumen und dem, was das Kind selbst will. Leider bedient die Geschichte viele Klischees: Als Bücherwurm und Physik-Ass ist Teenager Casey Carlyle schüchtern, unsicher und in den Augen der Mitschüler ein Mauerblümchen. Aus der Ferne bewundert sie die Königin der Schule, Eiskunstläuferin Gen Harwood (Hayden Panettiere), die von ihrer Mutter (Kim Cattrall, «Sex and the City») trainiert wird.

    Anhand eines physikalischen Experiments, das Casey eine vorzeitige Aufnahme an der Harvard-Universität ermöglichen soll, gelingt es ihr, auch in die Welt des Eiskunstlaufs einzutreten: Casey will eine Formel entwickeln, die helfen soll, die Sprünge und Drehungen der angehenden Schlittschuhprofis, die täglich hart trainieren, zu verbessern. Da Harvard Forscherinnen will, die leidenschaftlich ihre Sache vertreten, muss sie das Ganze natürlich auch an sich selbst ausprobieren. Von da an dreht sich Caseys Leben nur noch um «Flips» und «Spins». Eisprinzessin zu sein, bedeutet für sie: Selbstbewusstsein, Bewunderung, Erwachsensein. Bei ihrer Mutter (Oscar-Preisträgerin Joan Cusack) stößt Casey jedoch auf wenig Verständnis.

    Die Grundidee ist nicht verkehrt: Mädchen und Jungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden sollten herausfinden, welche Leidenschaften sie bewegen und was sie aus ihrem Leben machen wollen. «Es ist die Geschichte eines Mädchen, das seinen eigenen Weg findet», so Regisseur Fywell. Die Umsetzung hätte jedoch realitätsnäher sein können. Die Tatsache, dass ein Profisportlerleben alles andere als ein Prinzessinnendasein ist, wird in dem Film zu wenig herausgestellt: Casey fliegt der Erfolg und die Sympathie nur so zu. Konkurrenzkampf, Stutenbissigkeit und Enttäuschungen verbleiben zu sehr am Rande.

    Hauptdarstellerin Michelle Trachtenberg, berühmt geworden als Dawn in der US-Kultfernsehserie «Buffy», spielt das kluge - und zugleich übrigens äußerst hübsche - Allroundtalent unterdessen mit viel Energie und Herz. Für junge Mädchen, die gerne einmal 90 Minuten im Märchenhimmel schweben möchten und ihren Traum von der Prinzessin nicht aufgeben wollen, ist der Film ein romantisches und humorvolles Kinoerlebnis. Bleibt nur noch abzuwarten, ob eine Welle an Neuanmeldungen im Eiskunstlauf ausgelöst wird.

    dpa

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