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  • Kritik: Eine Wohngemeinschaft von Tieren erbt...

    Fünf Hunde und ein Papagei haben in der Villa von Miss Lilly Asyl gefunden. Nach dem Tod der alten Dame erben sie das Haus und eine Million in bar, doch der Neffe und die Nichte der Verstorbenen machen ihnen den Besitz streitig. Ein Kampf mit harten Bandagen um das Erbe entbrennt, und die sehr verschiedenen Tierpersönlichkeiten lernen, eine Gemeinschaft zu bilden. Das ist die stark pädagogische Botschaft des Zeichentrickfilms "Hot Dogs - Wau, wir sind reich", der am 1. April in die Kinos kommt.

    Der Film von Michael Schoemann spielt in einer Großstadt. Miss Lillys altes Haus ist darin eine rettende Insel für ausgesetzte, obdachlose Tiere. Da ist der Hund J.D., ein stirnbandtragender Motorradfreak, der aus dem Film "Easy Rider" und der Hippie-Zeit zu stammen scheint. Da sind Hund Chuffie, der sich für Raumfahrt interessiert, und der bullige Sherman, der der kleinen Velvet den Hof macht. Diese träumt von einer Karriere als Model, und die langhaarige Bella trat einst als Seiltänzerin im Zirkus auf. Papagei Emmo schließlich spricht verschiedene Sprachen, kann aber nicht fliegen.

    Miss Lillys Neffe Ronnie und die Nichte Hannie sind unglaublich häßlich und raffgierig. Sie weichen in letzter Minute dem Happy-End, vorher aber müssen sich die Tiere gegenseitig aus den Gefängnissen befreien, in die sie ihre Feinde gesteckt haben. Dazwischen erklingt deutscher Popgesang, wie man meint, ihn schon in den siebziger Jahren gehört zu haben mit Worten wie "Wir sind 'ne starke Family, Superfamily".

    Rund 150 Animationskünstler aus aller Welt arbeiteten an dem Film. Die handgezeichneten Figuren wurden im Münchner Studio der Wiesbadener ORB-Film mit digitaler Computertechnik zu fertigen Bildern komponiert. Regisseur und Produzent Michael Schoemann und Koproduzent Dietmar Kablitz denken über eine Fernsehserie als Fortsetzung für den Film nach: Episode für Episode könnten die Bewohner vorgestellt werden, die in dem von den Hunden gegründeten Tierheim Unterschlupf finden.

    Die Geschichte bietet wenig Gelegenheit für Lacher oder für Rührung, zwei Elemente, die nicht nur kleine Zuschauer von Zeichentrickfilmen erwarten. Die Figuren stellen verschiedene Typen von Erwachsenen dar, denen Naivität und Offenheit ziemlich abgehen. Sie wirken rastlos und bekommen kaum Gelegenheit zu besinnlichen Einzelauftritten. Außerdem nervt es, wenn man wiederholt Wortwechsel der Darsteller akustisch nur halb versteht, weil die Filmmusik sie übertönt.

    Es fehlen nicht nur genau ausgestaltete Details in Nebenszenen, die für den Charme einer Geschichte wichtig sein könnten. Auch befreien sich die Hunde im Actionteil der zweiten Filmhälfte dermaßen schnell aus den Gefängnissen, daß man manchmal nicht ganz versteht, wie das passiert ist. Vielleicht wollten die Macher ihr Projekt rasch zu Ende bringen. Die hingeschrieenen Song-Anglizismen, die schon zum Sprachverhalten vor 20 Jahren gepaßt hätten, verfehlen inzwischen vielleicht die Zielgruppe Kinder.

    Bianka Piringer, AP

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