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  • Kritik: Eine Frau will nach oben

    Hamburg (dpa). Es ist Richard Nixon zu verdanken, daß sich die Quintessenz von Gus Van Sants bitterböser Medienkomödie "To Die For" in einem Satz zusammenfassen läßt. In einem Nachruf auf den amerikanischen Ex-Präsidenten hieß es: "Die Amerikaner glauben erst dann etwas, wenn sie es im Fernsehen gesehen haben." Diesem Grundsatz folgend, erzählt Van Sant die Geschichte der Kleinstadt-Schönheit Suzanne Stone (Nicole Kidman), deren Dasein von dem Traum beherrscht ist, im Rampenlicht zu stehen.

    "Es macht doch gar keinen Sinn, wenn du etwas tust und dir keiner dabei zusieht", heißt die Lebensdevise der Blondine, die es bis zur eigenen Talkshow bringen will, aber vorerst als "Wettertante" bei einem Lokalsender landet. In einer Mischung aus Interviewszenen, Fernsehausschnitten und gespielten Sequenzen rollt sich im Rückblick noch einmal das Drama einer Karriere ab. Suzanne plant ihren Aufstieg generalstabsmäßig. Erst verfällt ihr der einfältige, aber schöne Larry (Matt Dillon), dann nervt sie den Chef eines lokalen Fernsehsenders solange, bis er von ihren einzigartigen Qualitäten überzeugt ist.

    Sie darf daraufhin täglich das Wetter ansagen, doch Suzanne will mehr. Als sie eine Dokumentation über gelangweilte Kleinstadtkids plant, bändelt sie mit dem Tennager Jimmy an (Joaquin Phoenix, der jüngere Bruder von River Phoenix). Während Ehemann Larry sich immer deutlicher gegen Suzannes Fernsehkarriere ausspricht, schmiedet seine "Göttergattin" einen teuflischen Plan. Sie fordert von dem verklemmten Jimmy als Liebesbeweis die Ermordung ihres Ehemanns.

    In seinem Film zeichnet Gus Van Sant ("Drugstore Cowboy", "My Private Idaho") ein unorthodoxes Bild vom amerikanischen Alltag. Nicole Kidman als gerissen-naive Frau, die über Leichen geht, spielt die Rolle ihres Lebens in einer zynischen Komödie, bei der dem Zuschauer ein ums andere Mal das Lachen im Halse stecken bleibt. Mit "To Die For", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Maynard, erregte Van Sant bereits 1995 bei den Filmfestspielen in Cannes die Aufmerksamkeit von Presse und Publikum.

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