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  • Kritik: Eine Frau als US-Vizepräsident

    Trotz aller UNgereimtheiten: Joan Allen brilliert

    Wird Präsident Evans (Jeff Bridges) ihre Nominierung aufrechterhalten? Die Befragung des damaligen Präsidenten Bill Clinton zu seiner Affäre mit Monica Lewinsky durch die Grand Jury im August 1998 inspirierte den Regisseur und Drehbuchautor Rod Lurie zum Skript für seinen Film "Rufmord - Jenseits der Moral".

    Wo liegt die Grenze zwischen Privatem und Politischem?

    Der Streifen kreist um die Frage, wo die Grenze zwischen Privatem und Politischem ist. Parteien-Programme und die Aktivitäten der Handelnden in ihrem Amt bestimmen nicht allein die anstehenden Entscheidungen. In dem Film rechnet sich Gouverneur Jack Hathaway (William Petersen) gute Chancen aus, Nachfolger des verstorbenen Vizepräsidenten zu werden. Immerhin ist er so etwas wie ein Held, seit er versucht hat, eine junge Frau aus ihrem in einem See versinkenden Auto zu retten.

    Präsident Evens Gedanken bei der Nominierung seines neuen Stellvertreters gehen dagegen in eine andere Richtung. Er möchte in die Geschichte eingehen als erster US-Präsident mit einem weiblichem Vize. Die Senatorin Laine Hanson scheint ihm dazu eine gute Wahl. Sie ist glücklich verheiratet, hat ein Kind - und ihre Prinzipien. Als ihre Gegenspieler ein Foto aus College-Zeiten präsentieren, das Hanson angeblich beim Gruppensex zeigt, weigert sie sich Fragen dazu zu beantworten. Im Gegensatz zu Clinton ist es für die Anwärterin auf das Vizepräsidentenamt unter ihrer Würde, ihr Sexualleben in der Öffentlichkeit zu diskutieren - eine Haltung, die die politischen Ränkespiele weiter anheizt.

    Shelly Runyon, ein Abgeordneter des Repräsentantenhauses (grandios verkörpert von Gary Oldman) hetzt Schnüffler auf die Senatorin, die jedes Mosaiksteinchen ihrer Vergangenheit umdrehen. Der Zuschauer erfährt trotzdem wenig über Laine Hanson. Wie ist sie geworden, was ist sie? Wenig schlüssig etwa, dass sie als Atheistin und Waffengegnerin zur Partei der Republikaner gehört. Joan Allen brilliert in der Rolle dennoch.

    Jeff Bridges parodiert Clinton und schlägt in seiner Rolle als amerikanischer Präsident die Verleumder seiner Kandidatin in abgemilderter Form mit den eigenen Waffen. Luries Werk ergreift Partei. Angeblich hat der Clinton-Freund Steven Spielberg dem Regisseur Lurie beim Schnitt geholfen. Wie dem auch sei, mit "Rufmord - Jenseits der Moral" ist dem Regisseur ein Film gelungen, der nach dem Kinobesuch zu Diskussionen anregt.

    Silke Weiss, dpa

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