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  • Kritik: Ein Traum von Mann

    m Anfang war die Nase. Ein dickes rundes Ding, das der kleine Albert (Haley Joel Osment) in sein Malheft kritzelt. Nachdem er noch Lippen hinzufügt, weiß der Kleine genau, was er zeichnen soll. Denn der gemalte Mund hat plötzlich eine Stimme - und die erklärt, was noch fehlt: "Lange Haare." Albert liefert sie. Auch die Idee, sich aufs Klo zu verziehen, stammt von dem Strichmännchen. Auf der Flugzeugtoilette passiert es dann: Die Nase beult sich aus dem Papier, und plötzlich - plopp! - ist der enge Raum randvoll mit Gérard Depardieu.

    Zum zweiten Mal in diesem Kinojahr wird der massige Gallier zum transzendenten, nur für Eingeweihte sichtbaren Wesen - diesmal nicht als sein eigener "Schutzengel", sondern als ständiger Begleiter des Waisenknaben Albert. Depardieu ist Bogus, zu deutsch: Ein Hirngespinst. Aber eines, das Spaß am Fechten hat, zickige Lehrerinnen nachäfft, Erziehungsberechtigten Paroli bietet und seinen Zögling auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet. Kurz: Eine höchst sympathische Mischung aus "Mein Freund Harvey", Cyrano von Bergerac und Balu, dem Bären.

    Beistand hat der in der Varietéwelt von Las Vegas aufgewachsene Albert dringend nötig: Nach dem Unfalltod seiner Mutter, des Chorusgirls Lorraine (Nancy Travis), steht der kleine Möchtegern-Magier plötzlich allein da. Am liebsten würde er bei der Show-"Familie" (Ute Lemper u. a.) bleiben, aber das geht nicht. Seine Mama hat das Sorgerecht per Testament zudem einer ominösen Patentante übertragen: Harriet (Whoopi Goldberg), die bislang nichts von Alberts Existenz wußte, führt an der Ostküste ein hektisches Single-Leben, zu dem nichts weniger paßt als ein Kind. Trotzdem will sie Albert vorm Heim bewahren. Schließlich ist sie selbst mit Lorraine bei Pflegeeltern aufgewachsen.

    Harriets Einstand als Ersatzmama geht gründlich in die Hose: Sie läßt Albert schon am Flughafen warten, hält ihm Vorträge über den Ernst des Lebens und will seine (erstaunlichen) Zaubertricks nicht sehen. Bogus springt als Tröster, Spielgefährte und Lebensretter in die Bresche. Der transparente Charmebolzen fördert schließlich selbst in Harriet das verdrängte Kind zutage und treibt ihr sogar die Streßfalten von der Stirn...

    Norman Jewison ("Mondsüchtig") hat schon wichtigere Filme gedreht. Aber Depardieu Co. machen aus der mäßig originellen Spuk-Story herzerwärmenden und humorvollen Hokuspokus.

    Copyright: TV TODAY, 1996

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