40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Ein teuflisches Remake
  • Kritik: Ein teuflisches Remake

    Hamburg (dpa) - In den USA müssen Filmhelden englisch sprechen, sonst haben sie keine Chance auf einen Kassenerfolg.

    Die Abneigung der Amerikaner gegen Synchron-Fassungen bescherte der Filmgeschichte nicht nur ein Remake von Jean-Luc Godards "Außer Atem" oder jüngst "Birdcage", eine Neuverfilmung von Edouard Molinaros "Ein Käfig voller Narren". Auch Henri-Georges Clouzots französischen Kinoklassiker "Die Teuflischen" hat es nun getroffen: Der Film von 1954 mit Simone Signoret, wegen seines ausgeklügelten Drehbuchs und der düsteren Atmosphäre berühmt, kommt am Donnerstag (23.5.) als "Diabolique" mit Sharon Stone und Isabelle Adjani in die deutschen Kinos.

    Dreh- und Angelpunkt des von Jeremiah Chechik inszenierten Thrillers ist der perfekte Mord, den Nicole (Sharon Stone) und Mia (Isabelle Adjani) verüben wollen. Denn die Frauen teilen nicht nur den Arbeitsplatz, das Knabeninternat St. Anselm, sondern auch das Bett mit dem sadistischen Guy (Chazz Palminteri). Der ist mit Mia verheiratet, macht aber aus seinen Seitensprüngen keinen Hehl.

    Frau und Geliebte werden von ihm ständig gedemütigt, und so schmieden sie den tödlichen Plan: Sie machen Guy betrunken, ertränken ihn in einer Badewanne und werfen die Leiche in das brackige Wasser des unbenutzten Internat-Swimmingpools - der Mord soll aussehen wie der Unfall eines Betrunkenen. Als der Pool einige Tage später geleert wird, ist die Leiche jedoch verschwunden und es häufen sich die Anzeichen, daß Guy noch am Leben ist.

    Obwohl Chechiks Inszenierung weit hinter dem Original zurückbleibt, hat das nun beginnende Verwirrspiel und seine psychologischen Abgründe nichts mit den billigen Schrecksekunden durchschnittlicher Thriller gemein. Immer neue Wendungen halten die Zuschauer bis zur überraschenden Auflösung hin in Atem, vor allem Sharon Stone überzeugt als selbstbewußte Mathematiklehrerin.

    Adjani hingegen macht in der Rolle der gottesfürchtigen Mia keine gute Figur. Aber trotz dieser Fehlbesetzung und und auch wenn sich die Idee, für Clouzots männlichen Kommissar nunmehr Kathy Bates als Privatdetektivin ins Spiel zu bringen, nicht erschließt - Chechiks "Diabolique" bleibt im Überangebot schematisch angelegter und heruntergekurbelter Filme in jedem Fall sehenswert.

    Von Katharina Reismann, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Fabian Strunk

    Tel.: 0261 / 892 324

    Kontakt per E-Mail

     

     

    Fragen zum Abo: 0261 / 98 36 2000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Dienstag

    -3°C - 1°C
    Mittwoch

    1°C - 4°C
    Donnerstag

    4°C - 7°C
    Freitag

    4°C - 8°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!