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  • Kritik: Ein Surfer-Märchen für den Sommer

    "Blue Crush" taucht die Zuschauer unter. Der Film spielt an Hawaiis Nordküste und handelt vom Surfen. Im Laufe des Films stellt sich aber heraus, dass man beim Surfen auch etwas über das Leben erfahren kann. Der Zuschauer lernt zunächst Anne Marie (Kate Bosworth) kennen, die in einem schäbigen Appartment wohnt. Mit verklebten Augen schaut sie zum Fenster in die aufgehende Sonne und wählt eine Hotline, bei der sie erfährt: "Die Pipe baut sich auf."

    Wenig später steht Anne Marie mit ihrer Schwester Penny (Mika Boorem), ihren beiden Freundinnen Eden (Michelle Rodriguez) und Lena (Sanoe Lake) sowie anderen Surfern am Strand und starrt in die Wellen. Die Frauen sind begeistert. "Du erwischt eine gute Welle und alles läuft", sagt eine von ihnen und dann paddeln die Freundinnen hinaus aufs Meer - die Geschichte beginnt.

    Regisseur Stockwell inszeniert eine Märchenwelt

    Anne Marie lebt allein mit ihrer Schwester Penny, die die Highschool besucht. Gemeinsam mit ihren beiden Surf-Freundinnen arbeitet sie in einem Luxushotel als Putzfrau. Doch dieser Job ist für sie nur Nebensache. Ihr Hauptziel ist es, bei dem anstehenden Surf-Wettbewerb Rip Masters dabei zu sein und damit vielleicht ihre Surf-Karriere starten zu können.

    Doch Anne Marie hat Probleme, einen früheren Surf-Unfall zu verarbeiten. Die Erinnerung hemmt sie, sich in die Wellen zu stürzen. Dann lernt sie den Football-Profi Matt Tollman (Matthew Davis) im Hotel kennen und sie scheint ihre Startabsichten für den Wettbewerb aufgegeben zu haben. Sie muss nun zwischen ihrer neuen Liebe, ihren Ängsten und ihren Ambitionen abwägen und neuen Mut finden, um "erneut da raus zu gehen".

    Exzellente Surf-Bilder

    Regisseur John Stockwell inszeniert in "Blue Crush" eine Art Märchenwelt, in der das Aschenputtel zeigt, was es kann, ohne die Umwelt zu verleugnen, nur um dem begehrten Prinzen zu gefallen. Dies gelingt Stockwell durchaus. Er vermeidet eine Glorifizierung des Surfer-Lebens. Der Zuschauer merkt, dass er das, was gesagt wird über die "Pipe" und das "Board" nicht so ernst nehmen muss.

    Der Zuschauer kann auf die Zwischentöne hören, in denen es darum geht, wie man seine Träume verwirklicht und seinen Ambitionen gerecht wird. Stockwell versucht das Schemenhafte erst gar nicht zu verstecken. Er verstärkt es. Dies gelingt vor allem durch die exzellenten Surf-Bilder (Kamera: David Hennings), die den Spaß an dem Sport nachvollziehen lassen.

    Klebrig-süßer Sommerfilm

    Eine Voraussetzung dafür, dass Zuschauer in "Blue Crush" auch ihre Freude haben, ist, dass sie sich auf diese Konstruktion einer Märchenwelt einlassen und angesichts des Sommers auch ein bisschen Lust auf Surfen haben. Ansonsten stören die Schablonen und es nervt den Kinobesucher nur noch mehr, wenn er erfährt, dass in dem Film auch echte Surfer-Stars wie Megan Abudo, Kate Skarrat, Keala Kennelly und Layne Beachley auftreten.

    "Blue Crush" ist ein Sommerfilm - vorausgesetzt, man erträgt es, wenn der Prinz zum Aschenputtel sagt: "Sei das Mädchen, das ich am Strand kennen gelernt habe. Ein Mädchen, das einen Kerl nicht fragt, was es tun soll."

    Stefan Ruwoldt, ddp

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