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  • Kritik: Ein richtig schöner Weihnachtsfilm

    Findus ist enttäuscht: «Wieso bringt der Weihnachtsmann keine Geschenke zu uns, wie er es bei allen anderen macht?» Wie gerne würde Pettersson seinem geliebten Kater diesen Wunsch erfüllen!

    Doch einen Weihnachtsmann zu organisieren ist gar nicht so leicht, schon gar nicht mitten im Weihnachtstrubel und so sind Schwierigkeiten programmiert.

    «Morgen, Findus, wird's was geben», heißt der 77 Minuten lange Zeichentrickfilm nach dem gleichnamigen schwedischen Kinderbuchklassiker von Sven Nordqvist. Der liebevoll gemachte Streifen verspricht eine wunderschöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit - auch für ganz kleine Zuschauer.

    Eine heimelige Bilderbuchidylle haben die dänischen Regisseure Jörgen Lerdam und Anders Sørensen geschaffen - eng am Zeichenstil und der Geschichte des Buches. Einladend duckt sich Petterssons rotes Holzhaus in die verschneite Landschaft. Die Hühner hocken im Stall beim Tee und stricken Mützen, Findus tollt durch den Schnee und Pettersson freut sich.

    Doch der Schein trügt: Pettersson tüftelt nur noch an der Weihnachtsmannmaschine, um Findus seinen Herzenswunsch zu erfüllen. Und dann ist da noch der Wohltätigkeitsbazar, für den der gutmütige Mann 100 Weihnachtsmänner schnitzen soll. «Geht das jetzt immer so weiter, bis es Heiligabend ist?» schimpft der vernachlässigte Kater und aus Rache verschwindet er einfach...

    Es sind vor allem die Kleinigkeiten, die den Film so reizvoll machen, auch für Erwachsene. Entzückend sind die frechen Mucklas, kleine Fabelwesen, die alles in ihre Höhle schleppen, was nicht niet- und nagelfest ist. Während Findus und Pettersson Tee trinken, gießt eine Muckla-Frau die Pflanzen, kehrt den Tisch oder schimpft mit Findus, der alles vollkrümelt. Als der Kater beim Toben vom Tisch zu fallen droht, naht eine ganze Muckla-Truppe mit einem Sprungtuch.

    Wohltuend verzichtet die 4,5 Millionen Euro teure deutsch-schwedisch-dänische Co-Produktion auf die bei vielen Animationsfilmen üblichen schnellen, lauten Bilder. «Zu jemandem, der ständig seinen Kopf an etwas schlägt oder kreischt, kann man keine Beziehung aufbauen», begründet Regisseur Lerdam den ruhigen Stil. Trotzdem sind seine Figuren nicht langweilig, sondern haben allerlei Flausen im Kopf. Wenn etwa Findus von dem mysteriösen Weihnachts-Briefträger im Wald «Wurstisch» lernt, dürfte das so manchen kleinen Racker zum Nachmachen animieren: Ein ganzes Würstchen auf einmal in den Mund stopfen und drauf los reden.

    Die Bücher über den schrulligen Pettersson und seinen Kater sind Bestseller der Kinderbuchliteratur und wurden in 29 Sprachen übersetzt. Auch die ersten beiden Filme 1999 und 2001 kamen gut an. Anders als der Weihnachtsfilm wurden sie aus mehreren Geschichten zusammengesetzt. Diesmal wurde zum ersten Mal ein komplettes Buch verfilmt. In Schweden sei «Morgen, Findus, wird's was geben» schon eine richtige Tradition, sagt Lerdam. «Das ist das Buch, das die Schweden ihren Kindern immer zu Weihnachten vorlesen.»

    Cordula Dieckmann, dpa

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