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  • Kritik: Ein rauher Film aus Hamburg-Altona

    "Kurz und schmerzlos" ist ein kleiner, rauher Film aus Hamburg-Altona. In 100 Minuten erzählt der erst 25 Jahre alte Regisseur und Autor Fatih Akin die Geschichte von drei halbkriminellen Freunden aus dem harten Hamburger Kiez. Am Ende sind zwei tot, einer bleibt ohne Illusionen in einem nassen Hinterhof zurück.

    Und trotz der Düsternis der Geschichte blitzt in "Kurz und schmerzlos" mehr Menschlichkeit und Mitgefühl auf als in etlichen Gefühls- und Humorklamotten des heutigen deutschen Films.

    Der Türke Gabriel, der Grieche Costa und der Serbe Bobby waren eine Jugendgang in den Hinterhöfen des ärmlichen Viertels Altona. Gabriel kommt aus dem Knast und will Schluß machen mit den krummen Touren. Seine beiden Freunde können das nicht verstehen: Costa hält sich mit kleiner Klauereien über Wasser, Bobby will bei der Albaner-Mafia einsteigen und groß herauskommen. Gegen die Warnungen von Gabriel und seiner Freundin bietet er dem Paten der Albaner seine Dienste an.

    Als Gabriel versucht, seien Kumpel vor den Gangstern zu bewahren, wird er zusammengeschlagen, Bobby hilft ihm nicht. Gabriel sucht Trost bei der Freundin von Bobby, während der seinen ersten großen Waffendeal abwickeln will. Mit dem langmähnigen Costa als Fahrer taucht er am Treffpunkt auf und wird abgezockt: Der Waffenhändler verschwindet mit den Knarren und mit dem Geld der Mafia. Das macht den Albaner-Paten wütend, er schießt Bobby nieder. Beim Showdown in einem stinkigen Hinterhof will Costa den Kumpel rächen und läuft in sein eigenes Schicksal.

    Der Regisseur Fatih Akin wurde 1973 als Sohn türkischer Eltern in Hamburg geboren. Wie seine Filmhelden wuchs er in Altona auf, wie diese war er auch in einer Gang. 1995 und 1996 drehte er zwei Kurzfilme, die auf Festivals sehr gelobt wurden. "Kurz und schmerzlos" ist sein erster Spielfilm. Als Vorbilder nennt er zum Beispiel Martin Scorsese mit seinen frühen billigen New York-Filmen, etwa "Hexenkessel" mit dem jungen Robert de Niro. Akin ist ein Talent, von dem noch einiges zu erwarten ist.

    Claus-Peter Tiemann, AP

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