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  • Kritik: Ein Liebesfilm, der keiner ist

    Vor vier Jahren trug Thomas Vinterberg mit seinem preisgekrönten Film "Das Fest" entscheidend zur dänischen Dogma-Bewegung bei. Nun verlagerte der Regisseur sein Interesse von der Reduktion auf umfassende Kino-Illusion:

    Mit Stativen und Starbesetzung drehte er einen Streifen mit Joaquin Phoenix, Claire Danes, Sean Penn - und in Hollywood-Manier. "It's All About Love" ist ein Film über die Liebe, aber alles andere als ein Liebesfilm.

    Menschen fallen einfach tot um

    Im New York des Jahres 2021 nämlich herrschen eisige Zeiten: Nicht nur, dass es im Juni schneit - auf den Straßen der Stadt liegen zahllose Tote, über die Kinder und Passanten einfach hinwegsteigen. In der düsteren Zukunft, die Vinterberg sich hier ersinnt, fallen Menschen einfach tot um. "Es ist das Herz", heißt es. Sie sterben an gebrochenem Herzen. Kurz vor der Apokalypse.

    John (Joaquin Phoenix) hat sich nach New York aufgemacht, um sich von seiner Ehefrau Elena (Claire Danes) die Unterschrift für die Scheidungspapiere geben zu lassen. Eigentlich wollte er gleich weiterfliegen, doch Elena - ihrerseits Eislaufprinzessin in diesen eisigen Zeiten - will John nicht gehen lassen. Sie bittet ihn um Hilfe, denn von ihrem Team, das aus Management, Freunden und ihrem Bruder besteht, fühlt sie sich seit einiger Zeit bedroht. Was genau zu dieser gespenstischen Bedrohung führt, wird noch nicht deutlich, da müssen die Zwei auch schon fliehen. Klar, dass sie über Nacht in dem kümmerlichen Hotel wieder zueinander finden, die Liebe neu erwacht. Doch hat in einer Zukunft ohne Liebe die Liebe eine Zukunft?

    Endzeit-Stimmung: Düstere Musik, farblose Stimmung, leerstehende Gebäude

    Es wird sicherlich nicht zuviel verraten, wenn die Frage schon an dieser Stelle mit einem klaren "Nein" beantwortet wird. Schon der Beginn von "It's All About Love" verheißt nichts Gutes: Düstere Musik, farblose Stimmung, leerstehende Gebäude, Schneesturm und Hitze im Wechsel, und mittendrin Sean Penn als Johns Bruder, der dazu gezwungen ist, sein restliches Leben hoch über den Wolken zu verbringen.

    Kinobesucher bleiben von Liebe und Tod gänzlich unberührt

    Der Film über die Liebe ist nicht nur kein Liebesfilm, er irritiert außerdem durch eine lückenhafte Handlung und einen moralischen Anspruch, der viel zu plump und aufdringlich daherkommt. Vinterberg nimmt sich ausreichend Zeit, zu erzählen, legt seinen Darstellern Drama und Emotionen nahe - und verfehlt dabei sein eigentliches Ziel. Der Kinobesucher jedenfalls bleibt von Liebe und Tod gänzlich unberührt. Herzen bricht Vinterberg damit vermutlich nicht.

    Alexandra Pilz, ddp

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