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  • Kritik: Ein kurzer, heißer Sommer

    Ein unbeschwerter Sommer in Neuseeland. Man entspannt sich mit Drinks, fährt mit Sportbooten aufs Meer zum Fischen und feiert belanglose Strandpartys. Wie jedes Jahr verbringt die dreizehnjährige Janey (Alicia Filford-Wierzbicki) die Sommerferien mit ihrer Familie im eigenen Strandhaus. Doch diesmal erlebt der frühreife Teenager Veränderungen, die dramatische und schmerzliche Konsequenzen haben werden.

    Christine Jeffs unter anderem auf dem Festival in Cannes 2002 vielbeachtetes Spielfilmdebüt "Rain" adaptiert die gleichnamige Novelle der neuseeländischen Autorin Kirsty Gunn. Der Streifen begeistert vor allem durch atemberaubende Bilder und mit faszinierender Spannung.

    Eigentlich verläuft alles so wie zahlreiche Sommer davor. Janey spielt unbeschwert mit ihrem kleinen Bruder Jim (Aaron Murphy) am Strand. Sie bringt ihm Schwimmen bei und übernimmt auch manchmal die Mutterrolle. Die Kinder sind meist sich selbst überlassen, denn Mutter Kate (Sarah Peirse) hat sich ins Unglücklichsein zurückgezogen und leidet unter ihrer vermeintlich schwindenden Attraktivität. Vater Ed (Alistair Browning) hält Distanz und widmet sich stoisch der Pflege des Rasens und dem Fischen.

    Spannende Geschichte um das Erwachsenwerden

    In diese brütende Atmosphäre platzt der attraktive Fotograf und Abenteurer Cady (Marton Csokas), der sofort das Interesse der beiden weiblichen Familienmitglieder weckt. Mutter Kate will ihre immer noch vorhandene sexuelle Anziehungskraft unter Beweis stellen, flirtet und verführt Cady. Dabei wird sie scharf beobachtet von ihrer Tochter Janey. Diese wird sich ihrer eigenen Möglichkeiten bewusst und setzt berechnend und zielstrebig ihre Verführungskünste ein. Selbstbewusst lässt sie sich auf die Spiele der Erwachsenen ein, vom ersten Drink bis zum ersten Kuss, um schließlich als Konkurrentin ihrer Mutter ebenfalls Cady zu verführen.

    Christine Jeffs ist mit ihrem ersten Spielfilm eine außerordentlich spannende Geschichte um das Erwachsenwerden und die Entdeckung der eigenen Sexualität gelungen. Vor allem die Optik und der dialogarme Stil sorgen für eine dichte, ja erdrückende Atmosphäre, durch die die Spannung im Mutter-Tochter-Duell geradezu greifbar wird.

    Faszinierende Interpretation der Lolita-Figur

    Großen Anteil an der Intensität des Films haben neben Kamera und Drehbuch die hervorragenden Darsteller. Die in Neuseeland schon etablierte Jungdarstellerin Alicia Fulford-Wierzbicki liefert als Janey eine faszinierende Interpretation der Lolita-Figur ab. Gebannt verfolgt der Zuschauer ihren subtilen Zweikampf mit der Mutter, die mit der Bühnenschauspielerin Sarah Peirse ebenfalls ideal besetzt ist.

    Portrait vom Zerfall einer Familie

    Der Film porträtiert anhand von Gesten und alltäglichen Begebenheiten den Zerfall einer Familie. Gerade der zurückhaltende erzählerische Stil macht die Geschehnisse so intensiv. "Rain" ist ein hervorragendes Beispiel aus dem Filmland Neuseeland, das auf dem internationalen Markt die Kinogänger immer häufiger mit anspruchsvoller Unterhaltung beglückt.

    Angelika Piller, ddp

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