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  • Kritik: Ein Held mit weichen Knien

    Liebe kann viele Wurzeln haben. Besonders in einer Filmkomödie, die als eine der "schwärzesten des Jahres" angekündigt ist. In "Eine Herz und eine Kanone", dem Debütfilm von Drehbuchautor und Regisseur Eric Blakeney, funkt es zwischen dem Undercover-Agenten Charlie Cutter (Liam Neeson) und der Krankenschwester Judy Tipp (Sandra Bullock) beim schmerzhaften Einlauf in einer urologischen Arztpraxis.

    Doch die Liebesaffäre ist nur der einzige Lichtblick für den durch seinen letzten Fall seelisch erschütterten Polizisten. Schreckliche Albträume und peinlich Verdauungsprobleme plagen Drogenfahnder Charlie seit er bei einer Undercover-Operation aufflog. Nur knapp war er einem tödlichen Gemetzel der rüden Mafia in Miami entkommen.

    Seitdem ist aus dem coolen Cop ein reizbares Nervenbündel geworden, der seinen Job aufgeben möchte und sich nach Rückzug auf eine einsame Insel sehnt. Doch seine Vorgesetzten wollen ihn nicht gehen lassen, da es Monate gedauert hat, um ihn auf seinen nächsten verdeckten Ermittlungsfall vorzubereiten.

    Charlie hat keine Wahl. Er versucht mit Alkohol, Beruhigungspillen und mit Hilfe des Psychiaters Dr. Jeff Bleckner (Michael Mantell) - der bringt ihn mit einer Selbsthilfegruppe für neurotische Yuppies zusammen - sein Nervenflattern in den Griff zu bekommen. Schließlich soll er zwei kolumbianische Drogenbosse und den italienischen Möchtegern-Paten Fulvio Nesstra (Oliver Platt) hinter Gittern bringen. Zusammen mit dem Gangster-Trio und dem Wallstreet-Banker Jason Cane (Andy Lauer) will er schmutziges Geld waschen und das Kartell auffliegen lassen. Doch in diesem kriminell-amüsanten Spiel läuft vieles anders als geplant.

    Ungewöhnlich an dem amüsanten Erstlingswerk von Eric Blakeney ist die hochkarätige Besetzung des Films, der in New York und Los Angeles gedreht wurde. Liam Neeson, der als Oskar Schindler in Steven Spielbergs "Schindlers Liste" und als Jedi-Meister Qui-Gon Jinn in "Star Wars - Die dunkle Bedrohung" zu einem der bekanntesten Gesichter Hollywoods geworden ist, spielt diesmal einen Anti-Helden. Dabei beweist der Nordire eindrucksvoll sein komödiantisches Können. Die Rolle der lebensbejahenden Krankenschwester übernahm Sandra Bullock.

    Oliver Platt, den man bereits in der britischen Komödie "Funny Bones" von seiner humorvollen Seite kennen lernen konnte, spielt die Rolle des Fulvio abseits des Mafiosi-Klischees. Einerseits ist er schießwütig und brutal, andererseits hat er die Tyrannei seiner Frau satt und würde am liebsten nur Tomaten züchten. "Ich finde diese perfekten Leinwandhelden langweilig", sagt Regisseur Blakeney. Vielmehr habe er ein Drehbuch über einen Helden schreiben wollen, "der genau wie jeder andere Mensch weiche Knie und Magenschmerzen bekommt, wenn es brenzlig wird".

    Andreas Schirmer, dpa

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