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  • Kritik: Ein Frettchen und viel Klamauk

    Berlin. Selten hat es auf der Leinwand so wenig geknistert wie zwischen Ben Stiller und Jennifer Aniston. Aber das macht nichts, denn in der romantischen Komödie «...und dann kam Polly» geht es vor allem um Klamauk und Toilettenhumor. Wer über «Verrückt nach Mary» und «Meine Braut, ihr Vater und ich» lachen konnte, wird auch diesen Film mögen.

    Außerdem hat sich Regisseur und Drehbuchautor John Hamburg einen netten Running-Gag ausgedacht: ein blindes Frettchen, das Aniston als Haustier auf Schritt und Tritt begleitet. Für einen Nachmittag Popcornkino oder Unterhaltung im Flugzeug taugt der Film also allemal.

    Stiller spielt den New Yorker Reuben Feffer, einen Versicherungsmanager, der bei seinen Klienten das Lebensrisiko bewertet und in seinem eigenen Leben gern alles unter Kontrolle hat. Auf seiner Hochzeitsreise wird er von seiner Braut mit einem französischen Tauchlehrer betrogen und erwischt die beiden - mit Schwimmflossen - in flagranti in der Schiffskajüte.

    Verwicklungen

    Zurück in Manhattan, hält sein Liebeskummer nicht lange an. Auf einer Vernissage spaziert Polly (Aniston) in sein Leben, eine Salsa- tanzende Chaotin, die er noch aus seiner Schulzeit kennt. Beim ersten Date bekommt Reuben exotisches Essen vorgesetzt - was er nicht verträgt und dem Film einige Szenen des besagten Toilettenhumors beschert. Bis zum Happy End gibt es natürlich noch einige Verwicklungen.

    Nackter Hintern und Talent

    Was bei diesem Film bei aller Albernheit Spaß macht, sind die Nebenfiguren. Philip Seymour Hoffman, sonst für Charakterrollen wie in «Magnolia» bekannt, ist großartig als Reubens tölpeliger bester Freund Sandy. Alec Baldwin ist Reubens schmieriger Boss und sieht aus, als würde er immer jene Goldrandbrille tragen, die nach Hamburger Zuhälter aussieht. Hank Azaria zeigt als Tauchlehrer nackten Hintern und Talent dafür, den doofen Franzosen zu spielen. Einer der Produzenten des Films ist Danny DeVito.

    Sympathische Tagträumerin

    Bei Jennifer Aniston ist es zunächst ungewohnt, sie nicht im Set der Comedy-Serie "Friends" oder an der Seite von Brad Pitt zu sehen. Schnell gewöhnt man sich aber an ihre Rolle der sympathischen Tagträumerin, nur mit der Chemie zwischen Stiller und Aniston klappt es nicht richtig. Warum die charmante Polly ausgerechnet den ungelenken Reuben mögen soll, bleibt eine Lücke im Film.

    Die Schauspieler geben zu Protokoll, dass sie sich beim Lesen des Drehbuchs gebogen hätten vor Lachen. «Er (Drehbuchautor Hamburg) schreckt auch vor wirklich peinlichen und schrecklichen Situationen nicht zurück, in die wir hineingeraten, einfach, weil wir menschlich sind», sagt Aniston. Stiller lobt seine Filmpartnerin: «In einer Komödie an ihrer Seite zu spielen, hat großen Spaß gemacht. Sie ist ein absoluter Profi.» Bei der amerikanischen Presse kam der Film unterschiedlich an: Der Kritiker der «Washington Post» lachte sich über die Komödie kringelig, die «New York Times» hingegen urteilte, sie sei «flach». Aber manchmal sucht man ja genau das im Kino.

    dpa

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