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  • Kritik: Ein fades Cowboy-Epos

    Da hat sich der Ehemann von Lara Croft- Darstellerin Angelina Jolie, Billy Bob Thornton, eine schwierige Vorlage für seine zweite Regiearbeit ausgesucht: Der dramatisch- romantische Roman "All die schönen Pferde" von Cormac McCarthy aus dem Jahr 1992 ist ein Spätwestern, der in epischer Länge und schwelgenden Worten an die Zeit der großen Pferderanches in Texas und Mexiko in den 1940er Jahren erinnert.

    Die Verfilmung von Regisseur Thornton kann leider nicht völlig überzeugen. Sie fiel an den US-Kinokassen durch (nur 15,5 Mio. Dollar Einspielergebnis). Zu kurz kommen wunderschöne Landschaftsbilder und dahertrappelnde Pferde, die in der Kürze ihres Auftretens nur sehr bedingt Cowboy- Romantik aufleben lassen. Auch dem Soundtrack von Country-Altmeister Marty Stuart wurde zu wenig Platz eingeräumt. So bleibt allein der Abspann mit Stuarts Komposition übrig, um leichte Western-Romantik zu vermitteln.

    Pathetisches Feelgood-Rezept

    Der in der Öffentlichkeit gerne rau und ungeschliffen auftretende Thornton, den man des öfteren auch als Schauspieler erleben kann ("Armageddon", "Mit aller Macht"), erzählt die Geschichte von zwei jungen Texanern, gespielt von Matt Damon ("Die Legende von Bagger Vance") und Henry Thomas ("Legenden der Leidenschaft"), die sich auf eine ungewisse Reise nach Mexiko begeben, um sich ihren Traum zu verwirklichen: auf einer Riesenranch anzuheuern und Pferde zu züchten. Während ihres wilden Ritts, angeheizt durch begierige Erwartung und schon fast kindliche Vorfreude, stößt ein etwas zwielichtiger, ungestümer Junge zu ihnen, der offensichtlich von zu Hause geflohen ist und sich besonders durch Dickköpfigkeit auszeichnet.

    Mit vielsagenden Sätzen wie: "Das Land wird immer da sein. Die Menschen darauf nur eine kurze Zeit" oder: "Ich glaube nicht, dass wir einen Tag ohne Gott überstehen würden", setzt der Regisseur auf ein pathetisches Feelgood-Rezept, das aber mangels Dramatik und latenter Langeweile nicht funktioniert. Selbst die Liebesaffäre zwischen John Grady Cole (Matt Damon) und der Schönheit Alejandra (Penelope Cruz), Tochter des größten mexikanischen Pferdezüchters, verläuft ohne viel Aufsehen im staubigen Sand der Prärie. Spaniens Superstar Cruz ("Alles über meine Mutter") spielt erschreckend schlecht.

    Von vier auf zwei Stunden zusammengeschnitten...

    Der Film, ursprünglich vier Stunden lang, will in den zwei Stunden Laufzeit, die nach rabiatem Schnitt übrig blieben, zu viel und schafft nur wenig. Themen wie die beginnende Verstädterung in den ländlichen Gebieten der USA, verbohrte Rollenverständnisse und Wirren im Unrechtsstaat Mexiko werden nur angeschnitten und bleiben dadurch nur Garnierung für eine sehr überschaubare Handlung: Zwei Freunde reißen aus, einer verliebt sich, beide kommen zu Unrecht ins Gefängnis, überleben glücklicherweise und treffen am Ende - nun letztlich erwachsen geworden - wieder zusammen.

    ... aber sehenswert sind nur zwei Minuten

    "Hey Kumpel", sagt der von Henry Thomas sehr blass verkörperte Lacey Rawlins am Ende zu Cole, der bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang unerwartet in die texanische Heimat zurückkehrt. Das hat Seele, doch zwei gelungene Minuten am Ende machen einen Film leider noch nicht sehenswert.

    Leif Kramp, dpa

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