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  • Kritik: Ein dänisches Märchen vom Glück

    Marie ist jung und schön. Oft hat die Frau mit dem zauberhaften Lächeln Schatten unter den Augen, weil sie nachts viel trinkt und tanzt, und oft weint sie später, nach dem Tod ihrer besten Freundin. Sie ist auch und gerade dann wunderschön.

    Zu perfekt für diese Welt - Marie, die Protagonistin des dänischen Films «Skagerrak», ist eine Figur wie aus dem Märchen. Regisseur Søren Kragh Jacobsen hat seine Hauptfigur bewusst ein Stück weit von der Realität abgehoben: Die klassischen europäischen Märchen hätten seinen Film zweifelsohne inspiriert, sagt der Däne.

    «In "Skagerrak" wollte ich eine dramatische Geschichte, die in unserer Zeit spielt, mit einem Märchenstoff zu einer schillernden Erzählung verweben», sagt Jacobsen, der mit seiner Dogma-Love-Story «Mifune» bekannt wurde. «Mifune» gewann bei der Berlinale 1999 einen Silbernen Bären. Iben Hjejle, die bereits damals die Hauptrolle übernommen hatte, schaffte den internationalen Durchbruch.

    Jacobsen hat gemeinsam mit Anders Thomas Jensen auch das Drehbuch verfasst. Die Dänin Marie (Iben Hjejle) und die Irin Sofie (Bronagh Gallagher) stranden während einer Weltreise in einer schottischen Hafenstadt. Sie lachen, tanzen, trinken, geben Geld aus. Als sie pleite sind, lässt sich Marie von Sophie zu einer gut bezahlten Leihmutterschaft für eine schottische Adelsfamilie überreden.

    Bis dahin bleibt die Geschichte stringent. Dann aber kommt die so lebensfrohe Sofie bei einem Autounfall ums Leben. In einer märchenhaften Wendung findet Marie ihr Glück in einer Autowerkstatt in Glasgow. Ihr Kind gebärt sie in einem schäbigen, nach Kettenöl und Reifen stinkenden Hinterhof, ihr Herz schenkt sie dem amerikanischen Tierarzt Ken (Martin Henderson). Am Ende gibt es wieder Hoffnung - und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

    Warum gerade eine Straße in Glasgows Arbeiterviertel den Namen des Meeresarms Skagerrak zwischen Dänemark und Norwegen trägt, kann sich auch im Film keiner erklären: «Skagerrak» ist kein glaubwürdiges Werk. Es ist ein Märchen, das überquillt vor Handlungssträngen und skurrilen Charakteren. Die Protagonisten um Marie stehlen sich gegenseitig das Interesse des Zuschauers, der Film berührt nicht mehr.

    Dazu kommt, dass die von Hjejle gespielte Marie alle Mitspieler verblassen lässt. Einzig Bronagh Gallagher, die mit Filmen wie «Pulp Fiction» und «The Commitments» bekannt wurde, kann ihr bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Plot das Wasser reichen. Iben Hjejle, die wundersame Märchenfee, trägt die Komödie und verhilft ihr zu einer gewissen Leichtigkeit.

    dpa

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