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  • Kritik: Edward Burns' "She's the one"

    im Kino gesehen hat, dem wird "She's the one" irgendwie bekannt vorkommen. Dieselben Schauspieler spielen wieder Brüder irischer Abstammung, und der eine hat eine Frau, die schon im ersten Film seine Geliebte war.

    Auch der zweite Film des jungen Regisseurs und Schauspielers Edward Burns handelt von Beziehungsproblemen, und er erzählt mit einigen amüsanten Pointen, wohin es führen kann, wenn man nach dem Prinzip lebt "Tu nur das, was dich glücklich macht".

    Lag das Problem der Brüder McMullen in "Kleine Sünden unter Brüdern" noch darin, ob sie als strenggläubige Katholiken überhaupt Sex vor der Ehe haben dürfen, schlagen sich die "streitbaren Fitzpatricks" in

    mit Untreue und ihrer Philosophie über Leben und Liebe herum. Die Brüder Mickey und Francis, dargestellt von Edward Burns und Mike McClone, haben über die Jahre von ihrem liebevollen, aber sturen Vater (John Mahoney) eine Menge lausiger Ratschläge bekommen. Er denkt, er kann alles damit lösen, daß er die beiden samstags auf seine Angeltouren mitnimmt.

    "Francis hört auf alles, was sein alter Herr sagt, und daher ist sein Leben eine einzige Katastrophe", erklärt Burns, der auch das Drehbuch geschrieben hat. "Mickey lehnt alles ab, was sein Vater sagt, und kriegt auch nichts auf die Reihe." Er fährt Taxi in New York, während sein jüngerer Bruder Börsenhai in der Wall Street geworden ist und einen Chauffeur hat.

    Während Mickey versucht ein anständiger Mensch zu sein, ist Francis materialistisch und kein besonders netter Typ. Er betrügt seine Frau Renee mit Heather (Cameron Diaz). Sie war, was Francis lange nicht weiß, früher mit Mickey zusammen. Renee (Jennifer Aniston) fordert immer wieder vergeblich bei ihrem Mann die ehelichen Pflichten ein. Mickey hat Glück. Die schöne unbekümmerte Studentin Hope (Maxine Bahns, auch im wirklichen Leben mit Edward Burns liiert) steigt in sein Taxi, und er heiratet sie auf der Stelle. Doch Probleme bleiben nicht aus: Hope will nach Paris und beobachtet mißtrauisch die Wiederbegegnung zwischen Mickey und seiner Exverlobten Heather.

    Richtig komisch ist der Film in den Szenen, wenn die betrogene Ehefrau Renee in ihrer italienisch-stämmigen Familie allerlei Spekulationen darüber anstellt, warum Francis nicht mehr mit ihr schläft. Edward Burns kennt das Milieu, in dem seine Geschichte spielt. Die Schauspieler mögen seinen "bodenständigen Stil". So lobt John Mahoney: "Das Drehbuch versprach ein charmanter, witziger und im Grunde ein guter, sauberer Film zu werden."

    Burns mißachtet als "Independent" die alte Hollywood-Regel, daß eine Filmstory "bigger than life" sein muß. Er erzählt unprätentiös, manchen ein bißchen zu unaufregend, ja sogar altmodisch. "Ich glaube, daß die Figuren so real sind wie nur möglich", sagt Burns. "Hoffentlich wird sich jemand im Publikum mit diesen Figuren identifizieren und sagen: 'Ja, so ist mein Leben. Gottseidank hat das mal jemand auf die Leinwand gebracht.'"

    Ganz nebenbei zeigt der Film, daß das in der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 verbriefte Recht der US-Bürger aufs "Streben nach Glück", mißverstanden als simplen Egoismus, nicht befriedigt. Die ironische Distanz zu den Figuren und die unbeschwerte Musik von Tom Petty geben dem Film die locker-leichte Atmosphäre, die in den USA viele begeistert.

    "She's the one" ist das erste Projekt der neuen Produktionsfirma South-Fork Pictures von Robert Redford. Der Star hat sich zum Ziel gesetzt, "im Geiste unabhängige Filme" zu produzieren. Bei dem von Redford initiierten Sundance Festival hatte der Burns-Erstling "The Brothers McMullen" 1995 den Großen Preis der Jury erhalten. Der nur für 25.000 Dollar produzierte Film war der profitabelste des vergangenen Jahres; er spielte über zehn Millionen Dollar ein. In Deutschland hat er seit dem Start am 31. Oktober allerdings nur rund 26.000 Besucher angelockt.

    Die Produktionskosten von "She's the one" betrugen drei Millionen Dollar, für amerikanische Verhältnisse ein winziger Etat. Am 28. November läuft der Film in den deutschen Kinos an.

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