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  • Kritik: Edels Kinofassung der beliebten Kinderbuch-Figur

    Ein Wohnortwechsel ist für Kinder wohl immer schwierig. Zumal, wenn die Eltern beschließen, gleich den Kontinent zu wechseln. Dann müssen sich die Kinder mit einer neuen Sprache oder einem anderen Dialekt vertraut machen, sich in der neuen Schule einleben, haben nicht gleich Freunde und fühlen sich einsam und traurig.

    Auch der neunjährige Tony (Jonathan Lipnicki) findet das Landleben im schottischen Hochmoor nach seinem früheren Leben in einer amerikanischen Großstadt öde. Sein Vater Bob (Tommy Hinkley) hat die Aufgabe, für Lord McAshton (John Wood) ein Golfzentrum aufzubauen. Deshalb tröstet sich Tony mit der intensiven Lektüre von Vampirgeschichten.

    In seiner Fantasie lässt er sich so sehr auf die Welt der Blutsauger ein, dass sie ihn bis in den Schlaf verfolgt. Tagsüber wird er für seine Vampirgeschichten von Mitschülern gehänselt, und besonders zwei brutale Kids haben es auf ihn abgesehen, die Neffen von Lord McAshton.

    Als Tony eines Abend wieder den Vampire-Grundkurs übt, flattert plötzlich ein ebenfalls neunjähriger Vampir in sein Zimmer. Rüdiger (Rollo Weeks) und seine Familie von Schlotterstein leben bereits seit Jahrhunderten in der Gegend und versuchen, sich den modernen Zeiten anzupassen. Ihr größter Wunsch ist die Erlösung von der Unsterblichkeit durch den Kometen Attamon. Alle 300 Jahre, nämlich bei einer bestimmten Sternenkonstellation, ist dies mittels eines Amuletts möglich. Aber dieses Amulett ist vor sehr vielen Jahren zerbrochen und ein Teil verloren gegangen.

    Als der kleine Vampir Rüdiger zum ersten Mal in Tonys Zimmer flattert, ist ihm anfangs nicht klar, dass er es mit einem Sterblichen zu tun hat. Erschöpft von der kräftezehrenden Verfolgung durch den Vampirjäger Geiermeier (Jim Carter) ist Rüdiger aber zu geschwächt, um weiter zu fliehen und nimmt Tonys menschliche Hilfe an. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, und Rüdiger macht Tony mit den Sitten und Gebräuchen seiner Vampir-Sippschaft bekannt.

    Der Film beruht auf Motiven aus Angela Sommer-Bodenburgs beliebten Romanen. Nach früheren TV-Inszenierungen ist deren Held nun mit der ersten Verfilmung durch den Regisseur Uli Edel ein Kinostar geworden. Bestimmte Schrulligkeiten in der Vorlage mussten internationaler Verständlichkeit weichen. Und auch die Charaktere haben sich gewandelt. Aus der kecken Anna ist ein nur noch verliebtes Püppchen geworden; der schrullige, eigenbrödlerische Geiermeier ist zu einem grotesken Punk-Truck-Rocker mutiert. Insgesamt ist der neue "Kleine Vampir" aber eine sehr vergnügliche Unterhaltung für Groß und Klein.

    Sabine Neis, AP

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