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  • Kritik: Eddie Murphys neuer Film "Metro" - Solider Actionfilm

    Frankfurt/M (AP) Der Geiselnehmer in der Bank richtet panisch seine Pistole von einer kreischenden Geisel auf die nächste. Das Sondereinsatzkommando der Polizei stellt seine Zielfernrohre ein, um die Situation auf ihre Art zu entschärfen. Ein letztes Mal wird ein Vermittler in die Bank geschickt, bewaffnet nur mit einer kugelsicheren Weste und seiner Überredungskunst. Eigentlich hat er keine Chance, aber dieser Mann ist für sein Mundwerk berüchtigt: Eddie Murphy.

    In "Metro" spielt Murphy den Verhandlungsspezialisten Scott Roper, zuständig für Geiselnahmen in San Francisco. Beruflich gilt er als einer der besten, aber sein Privatleben kriselt vor sich hin. Die Beziehung zu der Reporterin Ronnie Tate (Carmen Ejogo) ist gescheitert, das Auto wird gepfändet, dazu ist Scott wettsüchtig.

    Als er nach Dienstschluß seinen Freund und Kollegen Sam noch für ein kurzes Interview bei einem Zeugen vorbeifährt, ist der Tiefpunkt erreicht: Der Zeuge ist in Wirklichkeit der Täter, der Psychopath Michael Korda (Michael Wincott). Sam wird erstochen. Früher als erwartet steht Roper dem Mörder gegenüber, als dieser mit methodischer Brutalität Geiseln bei einem Juwelenraub nimmt. Wer den herumalbernden Maschinengewehrredner von "Beverly Hills Cop" erwartet, wird enttäuscht sein. "Metro" von Regisseur Thomas Carter ist weniger eine Komödie als ein Actionfilm, mehr eine Verfolgungsjagd als eine Witzparade.

    Eddie Murphy zeigt, daß er mehr kann als nur schnelle Sprüche reißen, auch wenn er immer noch den Schalk im Nacken hat. Schauspielerisch zeigt er hier eine sehr reife Leistung, wenngleich Roper manchmal etwas unantastbar wirkt. Zu souverän und unbeschadet übersteht er die Krisen; der Wettsucht fehlt das Zwanghafte. Als Friedensstifter in einem Rudel von Scharfschützen ist Murphy zwar nach wie vor ein Außenseiter, aber er ist nicht der Rebell früherer Filme.

    Auch die anderen Schauspieler zeigen solide Leistungen. Der hagere Michael Wincott ist eine wohltuende Abwechselung zum üblichen, muskelbepackten Bösewicht. Die deutsche Synchronisation zerstört leider das Wechselspiel zwischen Carmen Ejogos gepflegtem britischen Englisch und Murphys amerikanischem Slang. Michael Rapaport wirkt als Murphys Partner Kevin McCall meistens überflüssig, was nicht an seiner guten Leistung liegt, sondern an dem Drehbuch.

    Denn das Drehbuch ist die große Schwäche von "Metro". Zu viele Klischees werden aneinandergereiht, wie der Polizist mit dem zerstörten Privatleben, der sich nur widerwillig einen neuen Partner zuweisen läßt. Bekanntlich muß seit "Schweigen der Lämmer" fast jeder Bösewicht in Hollywood eine intellektuelle Seite haben; leider wird Wincott nicht genügend Raum gelassen, um glaubwürdig zu sein. Und der Zuschauer stellt wieder erstaunt fest, wie einfach es ist, aus amerikanischen Gefängnissen auszubrechen.

    Die Optik des Films gleicht einen Teil dieser Mängel aus. Die lange Verfolgungsjagd durch San Francisco mit Auto, Cable Car und zu Fuß ist nicht nur dramatisch, sondern zeigt die Stadt von ihrer besten Seite. Auch wenn viele Situationen vorhersehbar sind, bleibt der Film spannend. Und obwohl "Metro" keine Komödie ist, hat Eddie Murphy genügend Gelegenheit, seinen Humor zu beweisen.

    Wer nicht mit der Erwartung ins Kino geht, "Beverly Hills Cop IV" zu sehen, und sich einfach zurücklehnen kann, um Verfolgungsjagden, Kulissen und Witze zu genießen, wird an "Metro" Gefallen finden. Trotz guter Schauspielerleistungen ist das Drehbuch letztlich zu schwach, um diesen Film, der am 8. Mai in den deutschen Kinos anlaufen wird, wirklich gelungen nennen zu können.

    Von AP-Mitarbeiter Scot Stevenson

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