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  • Kritik: "Echte Kerle": Christoph M. Ohrt als

    Hamburg (dpa) - Was ein "echter Kel" ist, kann Christoph M. Ohrt auf Anhieb nicht so recht sagen. "Vielleicht sowas wie Rock Hudson oder Bruce Willis?", fragt er mit Understatement-Lächeln in einem dpa-Gespräch. Dabei müßte er es eigentlich besser wissen: Als Polizeikommissar steht er in der Beziehungskomödie "Echte Kerle" seinen Mann - und durchlebt dabei die Läuterung vom chauvinistischen Hardliner zum toleranten Partner, der bei aller Liebe zu den Damen auch sein Herz für Schwule entdeckt.

    Der amüsante Streifen von Rolf Silber, der das Dreierthema von Sönke Wortmanns "Bewegtem Mann" neu komponiert, kommt am Donnerstag (30. Mai) in die deutschen Kinos.

    Die Story ist nach kurzen Anlaufschwierigkeiten von leichter Hand gestrickt: Von seiner Verlobten verlassen, wacht der kernige Polizist nach einer im Frust durchzechten Nacht völlig verwirrt im Bett eines Mannes auf. An seiner Seite schlummert Edgar, ein Schwuler mit Herz, Witz und Verstand. Newcomer Tim Bergmann spielt ihn mit überzeugendem Charme. Die Gefühlsverwirrung wird komplett, als der Polizist nicht nur von Edgar, sondern auch von seiner neuen Kollegin Helen (Carin C. Tietze als patente Allround-Frau, mit der man(n) Pferde stehlen kann) umworben wird.

    Schwul, hetero oder bi - das ist die Frage, die sich die "echten Kerle" immer wieder stellen. Für Ohrt war der Film trotz seines Studiums in New York ("Ich habe da so meine Erfahrungen gemacht") Neuland. Gewöhnungsbedürftig war für ihn nicht nur die gemeinsame Badeszene: "Da springt man am besten ohne groß nachzudenken rein. Man steht so nackt und bloß da und weiß nicht, wie man sich verstecken soll." Ans Eingemachte ging es auch bei der Abschiedszene von seinem schwulen Gastgeber: "Wir haben lange überlegt und dann nur einmal gedreht." Am Ende der eindringlichen Szene sind die Tränen echt - beim gesamten Filmteam.

    Augenblicke wie diese machen die Stärke des Films aus, der bei allem Humor manchmal allzusehr um "political correctness" bemüht ist. Immer wieder jedoch gibt es Momente, in denen die Protagonisten herrlich natürlich wirken - nicht zuletzt ein Verdienst von Regisseur Silber, der auf wenig verbrauchte Gesichter setzt. Im neuen deutschen Komödienreigen kann sich das flotte Spiel um sexuelle Wahlverwandtschaften im Frankfurter Polizei- und Bandenmilieu deshalb sehen lassen. "Und so richtig ,echte Kerle' gibt es sowieso nur auf der Leinwand", findet Ohrt.

    Von Andrea Barthelemy, dpa

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