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  • Kritik: Durchschießen bis nach Kuba

    Mit einem "Tatü-tata, die Neger sind da!" sprengen die schwarzen Polizisten Mike (Will Smith) und Marcus (Martin Lawrence) eine Ku-Klux-Klan-Veranstaltung und melden sich als "Bad Boys" zurück.

    Der schießwütige Einsatz bei den vermeintlich mit Rauschgift handelnden Rassisten gerät zum Fiasko, und auch sonst wird viel Porzellan zerschlagen. Jerry Bruckheimer ("Pearl Harbor", "Armageddon") produzierte den Actionfilm "Bad Boys 2" um zwei draufgängerische Drogenfahnder gewohnt aufwendig.

    Autos demolieren wie am Fließband

    Die Actionkomödie baut auf den Erfolg des ersten "Bad Boys"-Films von 1995 auf, mit dem Will Smith vom Fernseh- zum Kinostar wurde. Schon damals ballerten sich Mike und Marcus, die ständig einen lockeren Spruch parat haben, durch ihr Polizeirevier. Bei einem Budget von 15 Millionen Dollar spielte der Film damals in den USA rund 66 Millionen ein. Bei Teil zwei wurde dann mit einem auf 130 Millionen Dollar (112 Millionen Euro) angewachsenen Budget geklotzt, auch wegen seiner Stars: Will Smith ist inzwischen der bestverdienende schwarze Hollywood-Darsteller, er und Lawrence erhielten für "Bad Boys 2" jeweils 20 Millionen Dollar Gage.

    Aber auch die Karambolagen kosten: Bereits in der ersten Stunde des Films demolieren die Cops bei einer Verfolgungsjagd auf der Autobahn Autos wie am Fließband und auch ein Boot. Neben solchen Szenen ist "Bad Boys 2" vor allem aber ein Film über zwei gegensätzliche Kerle, die sich ewige Freundschaft geschworen haben. Mike ist eitel, risikofreudig und ein Playboy, Marcus ein ängstlich- korrekter Familienvater und in Psychotherapie. Seine Atemübungen und Entspannungsmantras ziehen sich als Gag durch den Film.

    Überlänge reicht für die die Story immer noch nicht aus

    Mit gut 150 Minuten hat der Film Überlänge, für die die Story nicht ausreicht. Überraschend folgt am Schluss ein weiterer Akt, in dem der Krieg gegen die Drogen nach Kuba verlegt wird. Dort verdient der gejagte lateinamerikanische Dealer mit Hilfe von Fidel Castro am Rauschgift. Ohne Wissen der Vorgesetzten startet die Polizei von Miami eine Invasion der Insel, mit Unterstützung militanter Castro- Gegner.

    Die "Washington Post" spottete über "Bad Boys 2" unter dem Titel "Bang Bang Ha Ha": "Es ist einfach grotesk, dass das Miami Police Department mit mehr Feuerkraft Kuba angreift als die 101. Luftlandedivision den Irak". Das Ende wirkt angeklebt, passt aber ins Filmuniversum des Produzenten Jerry Bruckheimer, der patriotische Dramen wie "Black Hawk Dawn" um amerikanische Soldaten in Somalia produzierte oder das ohrenbetäubende Weltkriegsepos "Pearl Harbor", bei dem übrigens wie bei "Bad Boys 2" Michael Bay Regie führte.

    Nina Lepsius, dpa

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