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  • Kritik: Dunkles Drama um drei Schwester

    Paris in den 80er Jahren. Ein Mann, gerade aus dem Gefängnis entlassen, steht vor verschlossener Haustür. Seine Frau verwehrt ihm den Einlass. Doch der Mann will seine Töchter sehen und verschafft sich gewaltsam Zutritt.

    Vor den Augen der drei Mädchen entbrennt ein Streit, der ein folgenschweres Ende nimmt. Das traumatische Ereignis in der Kindheit der drei Schwestern Sophie, Céline und Anne überschattet das Leben der Frauen, das geprägt ist von Misstrauen, Zweifel und Angst. «Wie in der Hölle» ist ein düsteres Drama - metaphorisch aufgeladen und ein wenig verwirrend.

    Regisseur Danis Tanovic realisiert damit den zweiten Teil der Trilogie «Heaven, Hell and Purgatory» (Himmel, Hölle und Fegefeuer), erdacht vom 1996 gestorbenen polnischen Regisseur Krzysztof Kieslowski. Der neue Film führt hinab in die ganz persönlichen Abgründe der Seele. Die Handlung - ein Labyrinth voller Andeutungen und Symbole - fordert den Zuschauer und lässt ihn bis zum Schluss im Unklaren. Tanovic («No Man's Land») überlässt dabei nichts dem Zufall. So entwickelte er für die Protagonistinnen eigens ein spezielles Farbkonzept. So umgibt Céline ein kühles Blau, Anne trägt unschuldiges Natur-Grün und Sophie Leidenschaft symbolisierendes Rot.

    Paris, heute. Die drei Schwestern sind erwachsen; jede in ihrem eigenen traumatisierten Leben gefangen. Sophie (Emmanuelle Béart), ist Mutter von zwei Kindern und mit dem Fotografen Pierre verheiratet. Alles scheint in bester bürgerlicher Ordnung, bis Sophie sich in die Idee hineinsteigert, ihr Mann könne sie betrügen. Sie beginnt, Pierre (Jacques Gamblin) hinterher zu spionieren. Immer tiefer gerät sie in die Spirale der Eifersucht.

    Die jüngste Schwester, Anne (Marie Gillain), studiert an der Sorbonne. Sie ist leidenschaftlich in Frédéric verliebt, einen verheirateten Professor. Doch Frédéric zweifelt an seinem Doppelleben. Er will die Affäre beenden.

    Céline (Karin Viard) lebt allein und zurückgezogen. Als einzige der drei Schwestern kümmert sie sich um die behinderte Mutter. Eines Tages taucht ein fremder Mann auf, der auf seltsame Weise Célines Nähe sucht. Sie kann sein geheimnisvolles Verhalten nicht deuten: Begehrt er sie? Will er sie verführen?

    Tom Tykwer realisierte mit «Heaven» 2002 den ersten Teil der Trilogie. Oscar-Preisträger Tanovic nahm sich nun den zweiten Teil vor. Dem Sog der intensiven, düsteren Bilder kann man sich kaum entziehen. Viele Symbole und Metaphern offenbaren sich dem Zuschauer jedoch nicht auf Anhieb. Hier wäre etwas weniger sicher mehr gewesen. Die insgesamt aber faszinierende Tragödie endet nicht ganz so ausweglos wie der Titel vermuten lässt.

    Für den bosnischen Regisseur, der für seine Kriegs-Satire «No Man's Land» mit einem Oscar und 2003 mit dem internationalen Friedens-Filmpreis ausgezeichnet wurde, ist die Geschichte auch eine Kritik an dem seiner Meinung nach schwindenden Familiensinn der Westeuropäer: «Ich bin immer wieder schockiert zu sehen, wie sehr die Menschen sich das Leben zur Hölle machen - vor allem in einem Umfeld, das ihnen zum Glück verhelfen könnte.»

    Sophie muss schließlich erkennen, dass ihre Ehe gescheitert ist. Die Vergangenheit scheint sie einzuholen: Als Pierre eines Tages überraschend auftaucht um seine Kinder zu besuchen, verweigert Sophie ihm den Zutritt zur Wohnung. Es bahnt sich das gleiche Szenario an, wie einst bei ihren Eltern...

    Karolin Köcher, dpa

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