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  • Kritik: Düsterer High-School-Thriller

    Der junge Steve ist neu in der heilen Kleinstadt Cradle Bay. Die verschiedenen Gruppen auf der High School sagen ihm nicht besonders zu. Da sind die Autofreaks, die Computerkids, die Skater und schließlich die höflichen, beispielhaften Streber in den blau-gelben Sportjacken. Der Schulpsychologe empfiehlt Steve, sich diesen "Blue Ribbons" anzuschließen.

    Doch Gavin, ein kleiner Kiffer mit frechem Mundwerk, erzählt Steve Schauergeschichten über diese Gutmenschen. Der düstere amerikanische High-School-Thriller "Dich kriegen wir auch noch" kommt am 27. Mai in die Kinos.

    Schneller als Steve (James Marsden) erfahren die Zuschauer, wie recht Gavin (Nick Stahl) hat. Der Schulpsychologe Dr. Caldicott (Bruce Greenwood) verspricht auf Elternversammlungen, die Jugendlichen durch das "Minenfeld" Pubertät zielstrebig zu Bestleistungen zu führen. Die begeisterten Eltern stimmen zu. Dann fangen die "Blue Ribbons" den ahnungslosen Jugendlichen ein, und in Dr. Caldicotts Labor wird er einer Gehirnwäsche unterzogen.

    Fortan ist der veränderte Teenager nur noch an schulischen Erfolgen interessiert. Doch einen Haken hat die Sache, wie Dr. Caldicott zum Beispiel an der jungen Lorna erkennen muß: Sexuelle Erregung bringt die Hormone dieser Jugendlichen so durcheinander, daß sie zu blindwütigen Gewalttätern werden. Der Doktor läßt Lorna den Kopf aufsägen: "Ich schneide die faulen Stellen aus der Banane." Steve jedoch erkennt die drohende Gefahr erst, als eines Tages Gavin mit gekämmtem Kurzhaar, ordentlichem Pullunder und einem lieben Lächeln die Schule betritt.

    "Mir war von Anfang an klar, daß wir Leute im Publikum haben werden, die zu sich selbst sagen: Eigentlich keine schlechte Idee, wenn ich mein Kind so hinbiegen könnte", erklärt Drehbuchautor Scott Rosenberg. Regisseur David Nutter inszenierte bereits den Pilotfilm zur TV-Serie "Millenium" und einige Folgen von "Akte X". Über seinen ersten Kinofilm sagt er: "Es war mir sehr wichtig, einen Film zu machen, den die Leute begreifen und sich selbst darin wiedererkennen können. Nicht nur die Teenager, sondern auch die Eltern."

    Gelungen ist ihnen ein sehr professionell gemachter Thriller im wieder gefragten Genre "Teen Horror". Spannung und Dramatik lassen keine Wünsche offen. Auch an witzigen, altersgemäßen Sprüchen fehlt es nicht, besonders aus dem Mund von Gavin. Größeren Sinn macht die Geschichte darüber hinaus aber nicht. Befremdend wirkt die ständige Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, nicht nur der "Blue Ribbons". Anscheinend wird um der Effekte willen unbedenklich das Böse wiederholt, das man aus Fernsehen und Zeitung schon oft über die junge Generation erfährt.

    Bianka Piringer, dpa

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