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  • Kritik: Düstere Stimmung im Kino

    Die Idylle währt nur kurz: Im Film «Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse» wird der Zuschauer gleich zu Beginn auf eine falsche Fährte gelockt. In einer Zeichentricksequenz tollen fröhliche Elfen und schnucklige Tiere durch einen sonnendurchfluteten Wald.

    Doch dann weist der Erzähler darauf hin, dass der tatsächliche Film genau das Gegenteil bietet: traurige Geschehnisse in einer grauen und grausamen Welt. Und schon weicht die bunte Trickfilmwelt der drückenden Atmosphäre des Realfilms, in dem die Geschwister Baudelaire gleich am Anfang ihre Eltern beim Brand ihres Hauses verlieren. Damit setzt sich eine Kette von Ereignissen in Gang, die der US-Autor Daniel Handler in bislang elf erfolgreichen Büchern niedergeschrieben hat. Die ersten drei wurden in dem Film zusammengefasst.

    Kinder mit Witz und Verstand

    Violet, Klaus und das Baby Sunny Baudelaire kommen nach dem Tod ihrer Eltern zu einem entfernten Verwandten, dem skurrilen Graf Olaf. Er lebt in einer heruntergekommenen Villa, die stark an das morbide Anwesen der «Addams Family» erinnert. Dem von Komiker Jim Carrey («Truman Show») gespielten Onkel liegt jedoch weniger das Wohl der Waisen am Herzen als das Vermögen ihrer Eltern. Daher versucht er zunächst erfolglos, die Kinder aus dem Weg zu schaffen. Als sie ihm daraufhin weggenommen werden, will er die neuen Vormunde umbringen - dies wiederum mit wechselndem Erfolg. Was eigentlich Stoff für ein waschechtes Drama bietet, betten Autor Handler und in der filmischen Umsetzung Regisseur Brad Silberling («Stadt der Engel») in eine schwarze - oder eher graue - Komödie ein, in der die Kinder mit Witz und Verstand ein ums andere Mal ihrem Onkel ein Schnippchen schlagen.

    Allerdings wird das Basiselement jeder Komödie, der Humor, sehr sparsam eingesetzt, was angesichts des wenig lustigen Plots auch nicht verwundert. Silberling setzt zudem bei seinem Film nur wenig Farbe ein, der Grundton ist grau. Auch die Kulissen sind düster und bedrohlich, ähnlich wie in den Filmen Tim Burtons. Das ist kein Zufall, erhielt doch der Produktionsdesigner von «Rätselhafte Ereignisse», Rick Heinrichs, für seine Arbeit bei Burtons «Sleepy Hollow» einen Oscar.

    Jim Carrey in verschiedenen Verkleidungen

    Jim Carrey, der als Graf Olaf in verschiedene Verkleidungen schlüpft, um an die Kinder und ihre Vormunde heranzukommen, sprüht dabei auch nicht unbedingt vor Witz. Im Gegenteil, die Alter Egos sind recht unoriginell. Alleine in seiner eigentlichen Rolle, dem grottenschlecht schauspielenden Grafen Olaf, zeigt Carrey, was er kann. Violet Baudelaire, die in schwierigen Situationen genialen Erfindergeist zeigt, wird von der zur Zeit der Dreharbeiten 15- jährigen Emily Browning («Ned Kelly») gespielt, ihr Bruder, der Bücherwurm Klaus, vom 13-jährigen Liam Aiken («Road to Perdition»). Beide spielen souverän, bekommen aber angesichts der unterkühlten Stimmung kaum Gelegenheit, mit emotionalem Spiel zu glänzen. Einzig Baby Sunny strapaziert die Nerven, was allerdings weniger an der jüngsten Schauspielerin liegt, als vielmehr an der wenig komischen Untertitelung ihrer Babysprache.

    Neben Jim Carrey und den Nachwuchsschauspielern wartet der Film mit den Stars Meryl Streep als Tante Josephine und Dustin Hoffmann in einer Komparsenrolle auf. Jude Law («Unterwegs nach Cold Mountain») ist als Erzähler Lemony Snicket nur als Schattenriss zu erkennen. Die Gagen und die aufwändigen Sets gingen vom Budget von etwa 125 Millionen Dollar ab, von dem an den US-Kinokassen bislang etwa 100 Millionen wieder eingespielt wurden.

    dpa

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