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  • Kritik: Dürftige Prostitutionsposse

    Zwei komische Trottel wollen Karriere machen. Der eine möchte vom Stullenschmierer auf der Hamburger Reeperbahn zur Kiezgröße avancieren. Der andere ist ein bekannter Soap-Star und will zum anspruchsvollen Schauspieler aufsteigen.

    Dazu kommt eine als Go-Go-Tänzerin getarnte Polizeiagentin, die die Albaner-Mafia im Bordellviertel ausschalten will. Fertig ist die Dreieckskombination für die Rotlicht-Komödie "Der letzte Lude" von den Produzenten Mischa Hofmann und Philip Voges, die schon mit "Erkan und Stefan 1 2" sowie "Feuer, Eis und Dosenbier" Kinoerfolge feierten.

    Von intelligenter Komik keine Spur

    Es ist jedoch fraglich, ob die von Regisseur Stephen Manuel inszenierte Prostitutionsposse von der Zielgruppe der 20- bis 30-Jährigen angenommen wird. Von intelligenter Komik keine Spur. Statt dessen polternder Klamauk mit teilweise peinlichen Kiez-Sprüchen, die derb unter die Gürtellinie zielen. Zu allem Übel wird auch noch der moralische Zeigefinger erhoben, der an die guten, alten Zeiten im Milieu erinnern soll.

    Kultfigur Lotto King Karl kann's nicht retten

    Diese Unzulänglichkeiten kann auch die Hamburger Kultfigur Lotto King Karl in seiner Rolle als Möchtegern-Zuhälter Andy Ommsen nicht wettmachen. Andy verkauft auf der Hamburger Reeperbahn die besten Stullen. Dabei legt er großen Wert darauf, endlich als "Stutenverkäufer" akzeptiert zu werden. Dafür hat die von Albanern beherrschte Szene aber nur Hohn und Spott übrig.

    Für den gefährlichsten Luden vom Kiez hält ihn jedoch der Soap-Darsteller Timo (Tobias Schenke). Der will die Hauptrolle als Zuhälter in einem Kinofilm ergattern. Bei seinen Milieu-Recherchen beeindrucken ihn Andys markige Sprüche und seine äußere Erscheinung: Lange Haare, Pilotenbrille, aufgeblasene knallrote Daunenjacke und Jogginghose. Andy lehnt aber zunächst Timos Angebot, ihn für 3000 Euro in die Szene einzuführen, entrüstet ab.

    Flucht vorm goldenen Schredder des Bordell-Königs Slobo

    Doch schon bald weiß er keinen anderen Ausweg, als die Schauspielerflasche unter seine Fittiche zu nehmen. Denn er benötigt dringend das Geld, um nicht im goldenen Schredder des Bordell-Königs Slobo (Erdal Kacar) zu landen. In dem Schredder hat er nämlich, tollpatschig wie er ist, Slobos Albino-Python Kaa ein jähes Ende bereitet.

    Go-Go-Girl ist verdeckt ermittelnde Polizistin

    Ausgerechnet in Slobos Appartement soll Andy für 24 Stunden das attraktive Go-Go-Girl Anica (Alexandra Neldel) beschützen. Hinter der aufreizenden Tänzerin verbirgt sich aber eine verdeckt ermittelnde Polizistin. Anica lässt auch Andy über ihre wahre Identität im Unklaren und bittet ihn, ihre Ausreisepapiere aus Slobos Safe zu beschaffen.

    Achterbahnfahrt durch Niederungen des Sex-Geschäfts

    Mit dem staunenden Timo und der entnervten Anica macht sich Andy in Slobos Ludenschleuder auf eine Achterbahnfahrt in die Niederungen des Sex-Geschäfts. Die Tour gerät zu einem schrägen Feldzug gegen die dunklen Machenschaften der Albaner-Mafia: zurück zu den guten, alten Zeiten, als Matrosen aus Schweden, Nutten aus Ungarn und Geschlechtskrankheiten aus Südamerika kamen.

    Michael Winckler, ddp

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