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  • Kritik: Dreifacher Abgrund

    Hamburg (dpa) - Der Name ist Programm: Ab in die Sümpfe geht es in dem Film "Mississippi Delta", der am Donnerstag (27. Juni) in den deutschen Kinos startet.

    Phil Joanous Action-Thriller führt nicht nur in das wasserdurchtränkte Gebiet der Mississippi-Mündung, sondern auch in den Drogensumpf von New Orleans und in den seelischen Morast des ehemaligen Polizisten Dave Robicheaux. In diesem dreifachen Abgrund droht Joanous Protagonist unterzugehen - in Langeweile versinkt dagegen der Zuschauer. Joanous Streifen wartet zwar mit Starbesetzung auf, doch weder Frauenliebling Alec Baldwin noch Charakterstar Mary Stuart Masterson können ihn aus der Tiefe empor ziehen.

    Nach einem harten, alkoholgetränkten Leben im Kampf gegen die Unterwelt von New Orleans hat Polizist Robicheaux seinem Job und der Whiskyflasche abgeschworen. Zusammen mit seiner attraktiven Frau betreibt er einen ruhigen Bootsverleih in den Sümpfen Louisianas. Als eines Tages ein Flugzeug in der Nähe der Lagune abstürzt, kann das Paar als einzige Überlebende ein kleines Mädchen aus den Trümmern retten. Als sie die Kleine bei sich aufnehmen, tauchen plötzlich Drogenfahnder, Gangster und allerlei Schwierigkeiten auf. Dave will das Geheimnis lüften, doch führt ihn seine Suche direkt in sein altes kaputtes Leben nach New Orleans zurück.

    Daves Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit, seinem ehemaligen Schulkameraden, dem undurchsichtigen Drogenbaron Bubba Roque, seiner früheren Geliebten Robin (Mary Stuart Masterson aus "Grüne Tomaten" als Striptease-Tänzerin) und seinem Dämon Alkohol, soll dem Thriller psychologische Tiefenschärfe verpassen. Hinzu kommt als "ewiges Rätsel Weib" noch ein undurchsichtiger Vamp, die schöne Frau von Bubba Roque. Doch so entschlossen Robicheaux auch durch den Dschungel der Gefühle stolpert, letztlich bleibt das Charakterdrama an der Oberfläche. Die Konfrontation mit Bubba als einer Art "alter ego" verpufft im Nichts, wichtige Nebenfiguren wie das kleine Mädchen, das den Absturz überlebt, geraten zur bloßen Requisite.

    "Ein von den Charakteren bestimmtes Drama" wollte Regisseur Joanou den Produktionsnotizen zufolge machen. Doch vielleicht führt gerade dieser Anspruch an einen Action-Thriller zum Scheitern des Projekts. Weder werden die Protagonisten psychologisch ausgelotet, noch bietet der Film packende Spannung. Einzig erfreulich: der immerschöne Alec Baldwin und die seltsam magische Präsenz von Julia Roberts Bruder Eric, der schon vor fast 20 Jahren als "King of the Gypsis" (König der Zigeuner") die Zuschauer fesselte.

    Von Stefanie Schütte, dpa

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