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  • Kritik: "Dreamgirls" bringen die 60er Jahre zurück

    Erfolg und Ruhm sind nicht alles im Leben - davon handelt die opulente Musical-Adaption «Dreamgirls». Der Film wurde gerade für acht Oscars nominiert, allerdings nicht in der Königskategorie «Bester Film».

    Oscar-Gewinner Bill Condon, der auch schon das Drehbuch für das Musical «Chicago» geschrieben hat, führte Regie in dieser typisch amerikanischen Geschichte über Erfolg, Liebe und Freundschaft. In der Tradition von Filmmusicals wie «Moulin Rouge» oder «Dirty Dancing» spricht «Dreamgirls» vor allem Fans dieses Genres und der Musik im Stil der Supremes an.

    Effie (Jennifer Hudson), Deena (Beyoncé Knowles) und Lorrell (Anika Noni Rose) alias die Dreamettes haben den Rhythmus im Blut, so viel steht fest. Nur der Erfolg bleibt aus. Als das Trio auf den Manager Curtis Taylor, Jr. (Jamie Foxx) trifft, kommt ihre Karriere langsam ins Rollen. Sehr schnell lernen die erfolgreichen farbigen Sängerinnen, mittlerweile erwachsen und zu den Dreams geworden, dass das Leben als Popstar nicht immer ein Zuckerschlecken ist: Eigens für sie geschriebene Lieder wie «Cadillac Car» werden von weißen Künstlern performt, Ansprüche des Massenpublikums müssen erfüllt werden und Eifersucht erschüttert ihre Freundschaft.

    Spätestens als die pummelige Effie zu Gunsten der gut aussehenden Deena die Band verlassen muss, scheint das allgegenwärtige Motto «We are a family» zur Lüge geworden zu sein. Während Deena die Ehefrau des egoistischen Curtis wird, der sie an der kurzen Leine hält, lebt Effie von der Sozialhilfe und Lorrell reibt sich in einer unglücklichen Beziehung mit dem drogenabhängigen Sänger James «Thunder» Early (Eddie Murphy) auf. Die tiefen Abgründe des Showbusiness werden eindrucksvoll und realistisch dargestellt und es wird klar, dass Stars auch nur normale Menschen sind, für die am Ende nicht immer ein Happy End steht.

    In seiner gut besetzten Leinwand-Adaption des 1981 erstmals am Broadway aufgeführten Musicals «Dreamgirls» geht Regisseur Condon 25 Jahre später auf Nummer sicher. Mit ihrer Stimmgewalt besticht vor allem «American Idol»-Finalistin Jennifer Hudson als Effie, die für ihre Rolle einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin für sich verbuchen konnte. Doch auch Oscar-Gewinner Jamie Foxx («Ray») und RB-Königin Beyoncé Knowles können gesanglich überzeugen. Eddie Murphy, der für einen Oscar als «bester Nebendarsteller» nominiert wurde, glänzt endlich wieder in einer ernstzunehmenden Rolle.

    Die Story weist starke Parallelen mit der Geschichte von Diana Ross The Supremes auf. Auch Ross musste sich immer wieder von Motown-Direktor Berry Gordy, Jr. bevormunden lassen und wurde von ihm zur Leadsängerin der Gruppe gemacht. Das Songspektrum reicht daher von funkigen 60er- und 70er-Nummern bis hin zu Liebesschnulzen und dramatischen Fleh-Tiraden - wie man es von den Supremes auch kennt. Neben den bereits bekannten Liedern aus dem Original-Musical wurden einige Titel extra für das Leinwand-Spektakel geschrieben, so dass fast jede Situation mit einem Song untermalt wird und der Film zum Teil etwas überladen und kitschig wirkt. Weniger wäre mehr gewesen. Insgesamt aber ist Regisseur Condon ein durchaus sehenswerter Musikfilm gelungen, der Funk und Soul zurück in die Kinos bringt.

    Maren Beneke, dpa

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