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  • Kritik: Drama über die Auswirkungen böswilliger Klatschgeschichten

    Kleine Schwindeleien, aufgebauschte Beobachtungen, pikante Spekulationen oder gar üble Nachrede - von all diesen Klatsch-Varianten lebt ein ganzer Medienbereich. Mit der Frage "Kann Klatsch den Rang seriöser Nachrichten einnehmen?" beschäftigen sich College-Studenten in einem Medienseminar.

    Drei junge Leute im Hörsaal sind von dem Thema fasziniert: Derrick, Travis und Jones. Die drei Freunde, die zusammen wohnen, reizt es, für eine gemeinsame Semesterarbeit einen Praxistest über Verlauf und Auswirkungen eines Gerüchts anzustellen.

    Schon bald kommt die rechte Gelegenheit. Opfer ist die blonde Naomi, Tochter schwerreicher Eltern, die Wert darauf legt, dass alle wissen, dass sie mit ihrem Freund Beau noch nie geschlafen hat. Derrick sieht zufällig, wie Beau in einem Hinterzimmer versucht, seine Freundin zu verführen. Cathy Jones, die alle nur mit dem Nachnamen anreden, kann Naomi nicht leiden; sie glaubt, dass sie es war, die das Gerücht erzählt hat, sie habe ein Verhältnis mit ihrem Professor.

    So ist es eine diebische Freud für Jones, ganz gezielt das Gerücht zu verbreiten, Naomi und Beau hätten "es" getan. Weitere Andeutungen und Missverständnisse führen dazu, dass daraus ein Fall von Vergewaltigung wird. Zwischen Naomi und Beau kommt es zum Streit und dann zur Trennung. Kurze Zeit später erfährt sie von der reuigen Jones die Wahrheit. Jones wiederum hört zu ihr Verblüffung, dass Naomi und Derrick sich von früher kennen.

    Das wirft auf dessen Motive ein ganz neues Licht: Offenbar will er eine alte Rechnung mit Naomi begleichen. Jones, die heimlich in Derrick verliebt ist, findet heraus, dass er damals selbst in einen schlimmen Verdacht geraten war. Die Auseinandersetzung zwischen Derrick, Naomi und Beau eskaliert; Gewalt kommt ins Spiel, und am Ende wird daraus ein Mordfall: Naomi wird tot aufgefunden, und die Indizien weisen auf Derrick als Täter. Oder war es Travis, der sich künstlerisch mit dem Seminarthema auseinander setzt?

    Der Spannungsbogen des Dramas "Tödliche Gerüchte", das am 26. Oktober in die Kinos kommt, verläuft der Dynamik des böswilligen Gerüchts entsprechend wie eine unkalkulierbare Kettenreaktion. Die Hintergründe des Spiels um Manipulation und Wahrheit bleiben auch für die Zuschauer rätselhaft - bis zum überraschenden Ende. Das hat Regisseur Davis Guggenheim - es ist seine erste Kinoarbeit - gekonnt in Szene gesetzt.

    Je mehr enthüllt wird, desto mehr erscheinen auch die Personen als Menschen aus dem wirklichen Leben. Am Anfang sehen sie aus wie hippe Typen der durchdesignten Hochglanz-Werbewelt: Die drei Studenten bewohnen ein weitläufiges Loft mit Wendeltreppe; in der überreichlich gefüllten Bar steht jederzeit eine ganze Batterie frisch gespülter Cocktailgläser bereit. Die Bewohner führen sich auf wie die absoluten Kings des Campus. "Aufgrund solcher Überheblichkeit geben sie gefährlichen Versuchungen nach", erklärte der Regisseur.

    In den Rollen profilieren sich viel versprechende Newcomer Hollywoods, allen voran James Marsden als Derrick; er war bereits als bebrillter Mutant Cyclops in "X-Men" zu sehen. In "Tödliche Gerüchte" mimt er den coolen Draufgänger, der jungenhaften Charme ausstrahlt, aber über Leichen gehen kann. Naomi wird ebenso überzeugend Kate Hudson (Goldie Hawns Tochter) gespielt, Jones von Lena Headey und Travis von Norman Reedus.

    Inge Treichel, AP

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