40.000
  • Startseite
  • » Kritik: "Dragonheart" ist ein Meisterwerk der Tricktechnik
  • Kritik: "Dragonheart" ist ein Meisterwerk der Tricktechnik

    Frankfurt/M (AP) Manche Regisseure versuchen ihre Zuschauer mit einer fesselnden Geschichte zu gewinnen, andere vertrauen auf die Wirkung des künstlerischen Ausdrucks. Schließlich gibt es noch die Filme, die ganz auf die Faszination der Technik setzen. In diese Kategorie fällt "Dragonheart" von Regisseur Rob Cohen, der am 21. November in die Kinos kommt.

    "Dragonheart" erzählt die Geschichte des Ritters Bowen (Dennis Quaid), der sich, enttäuscht über die Entwicklung seines Schützling Prinz Einon (David Thewlis) zum blutrünstigen Tyrannen, von seinen Idealen abwendet und als verbitterter Drachentöter durchs Land zieht. Er schließt schließlich Freundschaft mit Draco, dem letzten der Drachen. Zusammen mit der schönen Bauerntochter Kara (Dina Mayer) nehmen sie den Kampf gegen den bösen König auf.

    Das konventionelle Handlungsgerüst ist aus Versatzstücken bekannter Mythen zusammengeschustert. König Artur und seine Tafelrunde werden ebenso zitiert wie Robin Hood und seine Bande. Der dichtende Mönch Gilbert, der den Ritter begleitet und ein Naturtalent mit dem Bogen ist, ist ein entfernter Verwandter von Bruder Tuck. Es gibt zahlreiche Kämpfe mit Schwert und Kriegsaxt, und gelegentlich surren Pfeile durch die Luft. Doch all das ist nur Beiwerk und dient dazu, den eigentlichen Star ins rechte Bild zu rücken: Den computeranimierten Drachen Drago.

    Vorbild für Drago sind unverkennbar die Dinosaurier aus "Jurassic Park". Doch Regisseur Cohen ist kein Steven Spielberg, und was ihm an handwerklicher Brillanz fehlt, versucht er durch technisches Zauberwerk wettzumachen. Drago schwebt majestätisch durch die Lüfte, zerfetzt mit seinem Schwanz Baumstämme und bläst gewaltige Feuerstöße durch die Nüstern. Anders als Spielbergs Saurier ist der Drache nicht nur Staffage, sondern spielt, mit der Synchronstimme von Mario Adorf, eine tragende Rolle.

    Die Tricktechnik ist perfekt, und Drago sieht so aus, wie man sich ein solches Untier immer vorgestellt hat. Und wer hat als Kind nicht gehofft, daß die geliebte Illustration vom Ritter, der gegen den Drachen kämpft, lebendig werden möge. Bisweilen sind die Bilder sogar von poetischer Schönheit, wenn etwa Gilbert und der Drache im Gegenlicht die grünen Hügel des imaginären Königreichs herabwandern.

    Letzlich aber tröstet die Tricktechnik nicht über die Flachheit der Charaktere und die lieblose Choreographie hinweg. Liebhaber klassischer Ritterfilme, mit edlen Kämpfern, schönen Burgfräulein und großen Schlachten werden nicht auf ihre Kosten kommen. Wer aber seinem zwölfjährigen Sohn mal einen echten Drachen bieten möchte, kann mit "Drago" einen vergnüglichen Sonntagnachmittag verleben.

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Jochen Magnus

    Mail | 0261/892-330

    Abo: 0261/9836 2000

    Anzeigen: 0261/9836 2003

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Montag

    -4°C - 2°C
    Dienstag

    1°C - 3°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Donnerstag

    4°C - 8°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!