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  • Kritik: Dokumentarfilm über Frauen und Fußball

    Längst sind die Frauen auf dem Fußballfeld auf dem Vormarsch. Die Erfolge der Nationalkickerinnen in den vergangenen Jahren und die wachsende Zahl weiblicher Fans in den Stadien haben alte Klischees erschüttert.

    Es gibt nicht wenige Frauen, deren Liebe zum runden Leder weit über das normale Maß hinaus geht. Platzwartin Trautchen, Schiedsrichterin Beatrix, Fußballweltmeisterin Viola und Fanfrau Bettina sind solche «Fußballgöttinnen» - der gleichnamige Dokumentarfilm von Nina Erfle und Frédérique Veith zeigt ihre enge Verbindung zu dem Rasensport. In vier Porträts erzählen die beiden Filmemacherinnen die ganz persönlichen Fußballgeschichten ihrer Protagonistinnen.

    «Fußball ist mein Leben», sagt Trautchen Ziegert. Die resolute 63-Jährige führt auf einem Fußballplatz in der Mitte Berlins Regie über Hütchen, Leibchen und Tornetze. Auch die 37-jährige Bettina Hennemann zieht es regelmäßig ins Stadion, seit 1982 ist sie Fan der Offenbacher Kickers. «Ein Mal Kickers, immer Kickers. Ich hab einen lebenslangen Vertrag», betont sie. Bei Viola Odebrecht gehört das Ballspiel seit rund sieben Jahren zum Alltag. Die 22-jährige Potsdamer Sportstudentin wurde 2003 bereits mit der Nationalelf Weltmeister. Die vierte «Fußballgöttin» ist gerade mal 16 Jahre alt: Beatrix Nieder ist eine der jüngsten Schiedsrichterinnen Deutschlands.

    Welche Positionen nehmen Frauen heute beim Fußball ein? Dieser Frage wollten die Dokumentarfilmerinnen am Anfang ihrer Filmidee nachgehen. «Bei unserer Recherche sind wir auf viele Frauen gestoßen, die sich mit einer großen Selbstverständlichkeit in der Fußballwelt bewegen», erzählen sie. «Diese Selbstverständlichkeit haben wir als sehr positiv empfunden, und genau dies war der Ansatz für unseren Film.» Weniger der Vergleich zwischen Damen- und Herrensport wird den Zuschauer des 90 Minuten langen Streifens beschäftigen, sondern die scheinbar grenzenlose Begeisterung seiner «Hauptdarstellerinnen»: vier Frauen an den unterschiedlichsten Schauplätzen des Fußballs und aus verschiedenen Generationen.

    Interessante Einblicke für beide Geschlechter

    Gerade die Porträts der ältesten und der jüngsten «Fußballgöttin» gelingen den Dokumentarfilmerinnen am interessantesten. Wenn man das Engagement von Platzwartin Trautchen erlebt und sie zugleich ihre Erinnerungen an den tyrannischen Ehemann schildert, wird klar: Für die 63-Jährige ist der unermüdliche Einsatz mehr als ein Hobby - sie hat gelernt, sich zu behaupten. Das musste auch Schiedsrichterin Beatrix, vor allem gegen zumeist ältere Männer. Es sei ihr schon passiert, dass sie vor Spielbeginn für eine Joggerin gehalten und ihr hinterher gepfiffen wurde, erzählt die 16-Jährige. «Und später stehe ich da mit der Pfeife in der Hand», amüsiert sie sich. Auf dem Platz souverän, doch zu Hause plagen sie übliche Probleme eines Teenagers.

    Dagegen gerät bei den anderen Frauen die Verbindung zwischen Ballleidenschaft und Privatem in dem Film bisweilen zu kurz. Nationalspielerin Viola verrät, dass sie «schon weiblich» aussehen will und auf übertriebenes Krafttraining verzichtet. Ansonsten aber liegt der Fokus auf ihrem Umgang mit sportlichen Erfolgen oder Misserfolgen. Bettina, die das normale Leben einer Versicherungskauffrau führt, ist vor allem in der Fankurve oder auf dem Weg dorthin zu erleben. Im Stadion aber bewegt sie sich so selbstbewusst wie alle anderen «Fußballgöttinnen». Allein wegen dieser Selbstverständlichkeit von Frauen in einer Welt, in der Männer noch immer in der Überzahl sind, bietet der Streifen interessante Einblicke für beide Geschlechter - für Fußballfans oder solche, die es zur WM noch werden wollen.

    dpa

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