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  • Kritik: DogmaFilm über existenzielle Fragen

    Das dänische Dogma-Manifest untersagte den Filmemachern vieles, nur eines nicht: die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Nun propagiert das nordische Kino eine neue Form der Enthaltsamkeit: die pure Tragik wie in Annette K. Olesens bemerkenswertem Film «In deinen Händen».

    Die Geschichte der jungen Pastorin Anna (Ann Eleonora Jørgensen) gewährt den Zuschauern keine Fluchten in den Humor wie noch Olesens Spielfilmdebüt «Kleine Missgeschicke». Hier trifft man Menschen, die Gefangene ihrer selbst sind - verstrickt in ihre Schicksale und Abhängigkeiten, bleiben sie in ihren Konflikten zwischen Glaube, Hoffnung und Wissen allein.

    Ihre erste Stelle als Seelsorgerin bekommt Anna in einem Frauengefängnis. Wo Hierarchien der Macht und Drogen den Alltag bestimmen, herrscht keine große Nachfrage nach geistlichem Beistand. Kate (Trine Dyrholm), die Neue, verweigert konsequent jede Hilfe. Dennoch entwickelt sich zwischen der verschlossenen Frau und der Pastorin eine besondere Beziehung. Kate, der magische Heilkräfte nachgesagt werden, hält sich damit bedeckt. Trotzdem erkennt sie noch vor Anna deren Schwangerschaft. Die Hoffnung auf ein Kind hatten Anna und ihr Mann schon fast aufgegeben. Doch das Glück wird getrübt. Ein Chromosomendefekt des Ungeborenen stürzt sie vor eine schwere Gewissensfrage - abtreiben oder austragen? Und könnten die heilenden Hände von Kate, die aber auch eine Mörderin ist, helfen?

    «Der Film zeigt, was passiert, wenn die Hoffnung dem Misstrauen unterliegt, wenn der Glaube von Vernunft beherrscht wird, wenn der Schmerz größer ist als die Liebe», erklärt Olesen: «Er stellt die Frage, ob man das Wagnis eingehen kann, das eigene Leben in die Hände eines Anderen zu legen.» Die Frage entzündet sich an vielen Verknüpfungen dieser komplexen Geschichte, die unsentimental erzählt ist und gerade in ihrer schlichten Intensität gefangen nimmt. «In deinen Händen» definiert eine neue, lebensnahe Form des Gefühlskinos im Dogma-Format.

    dpa

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