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  • Kritik: Die «Wilden Kerle» entdecken die Liebe

    Sie sind jung, wild und frei. Auf ihren Motocross-Bikes rasen sie durch die Gegend - immer auf der Suche nach Abenteuern: Die «Wilden Kerle». Im «Angriff der Silberlichten», dem vierten Teil der überaus erfolgreichen Verfilmung der Kinderbuchreihe, kämpfen Leon, Marlon, Vanessa, Nerv und die anderen des eingeschworenen Fußballteams gegen die «Wölfe von Ragnarök».

    Nach ihrem Sieg über die «Biestigen Biester» im dritten Teil stehen sie kurz davor, den Freestyle-Soccer-Pott zu gewinnen, doch als überraschend die geheimnisvollen «Silberlichten» aus dem Nebel auftauchen, beginnt ein viel gefährlicheres Spiel, an dem die Freundschaft der acht wilden Kerle für immer zu zerbrechen droht.

    Es ist eine Mischung aus Pfadfinderlager, Abenteuerromantik und Fantasy-Welt, in der sich die wilden Kerle bewegen. Unverkennbar sind sie alle älter und reifer geworden - statt Kapuzenpulli und BMX-Rad brausen sie nun wie Halbstarke in Lederkluft auf ihren Maschinen davon. An dieser Schwelle zum Erwachsenwerden kommt zaghaft die Liebe ins Spiel - beglückend, aufregend und verwirrend. Vanessa (Sarah Kim Gries) und Leon, der auch im echten Leben als Jimi Blue Ochsenknecht der Traum vieler Mädchen ist, sind vorsichtig verliebt. Doch ihre zarte erste Liebe droht zu zerbrechen, als sich Leon von einer der geheimnisvollen «Silberlichten» magisch angezogen fühlt. Sein Bruder Marlon (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) ist sogar verliebt und nennt die unheimliche Schöne, die mit großer Schadenfreude ihre Intrigen spinnt, zärtlich Horizon (Anne Mühlmeier).

    Spannend und rasant setzt sich der Film mit großen Themen wie Eifersucht, Geschwisterliebe, Freundschaft und Fairness auseinander und lässt die Kinder selber ihren Weg finden. Der Drehbuchautor und Regisseur Joachim Masannek will den jungen Zuschauern Mut machen: «Die Kinder sollen sehen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dem Erwachsenwerden, dass das Leben immer schöner, immer besser, immer größer wird, auch wenn mal was schief geht.»

    In Wirklichkeit seien die «Wilden Kerle» gar nicht wild, sagt Masannek. Er muss es wissen, denn er schuf die Bande nach dem Vorbild seiner Söhne und ihrer Freunde, die zum Teil auch im Film mitspielen. Er trainierte sie in der Jugendfußball-Mannschaft des Münchner Nobelvororts Grünwald und vermisste bei ihnen die Abenteuerlust seiner eigenen Jugend. «Wir wurden nach der Schule rausgeschickt und wurden erst reingerufen, wenn es dunkel wurde«, erinnert er sich an seine Kindheit in Hamm zwischen den Zechengeländen des Ruhrgebiets. «Das fehlt den Kindern heute, die Zeit, in der sie in Eigenverantwortung was machen müssen, ihre Grenzen ausprobieren können.»

    Bei den Kindern kommt Masanneks Konzept gut an. Nick Romeo Reimann, der seit Teil 3 das energiegeladene Nesthäkchen Nerv spielt, war ein Fan, bevor er selber eine Rolle bekam. «Ich habe die "Wilden Kerle" gesehen und da wollte ich mitspielen«, schwärmt der Neunjährige. «Die sind cool, weil sie mehr alleine machen, viel alleine regeln und nicht immer bei Mama und Papa hängen und mit dem Teddybär Bussi-Bussi machen.»

    Cordula Dieckmann, dpa

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