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  • Kritik: "Die Stunde des Lichts" in bitterkalter Eiswüste

    Ellen ist neugierig auf die Welt. Deshalb entschließt sie sich, ihr Studium zu unterbrechen und das zu tun, was für die meisten anderen ein Alptraum wäre: Sie taucht für vier Monate in die eisige Kälte Spitzbergens ein, um in einer spärlichen Hütte mit dem Trapper Lars den dunklen, langen Polarwinter zu verbringen.

    Davon erzählt der auch mit deutscher Beteiligung international produzierte Film "Die Stunde des Lichts", der am 31. Dezember in den Kinos anläuft.

    Die junge Frau ist gespannt auf das Abenteuer und den vermeintlichen Helden des Nordens. Doch Lars entpuppt sich gleich bei der ersten Begegnung als Chaot des Alltags, der mit Ellens Vorstellungen wenig gemein hat. Vor dem gegensätzlichen Duo liegt der lange Winter am Polarkreis mit allen Gefahren der Eiswüste. Schon nach wenigen Tagen ist Ellen sehr enttäuscht über den wortkargen, kauzigen Fallensteller. Lars bittet sie immer wieder um eine gemeinsame Nacht. Ihre Absage ist allerdings genauso deutlich wie seine Absicht.

    Nach langen Tagen und Nächten in der dunklen Eiseskälte wächst bei Ellen die Erkenntnis, daß ihre Erwartungen viel zu unterschiedlich sind. Längst bereut sie die Entscheidung, die Polarnacht mit diesem Trapper zu verbringen. Als er sie auch noch allein in der Hütte zurückläßt, um jagen zu gehen, überschlagen sich die Ereignisse: Während Ellen eine Antenne auf dem Dach montieren will, dringt ein Eisbär in die Hütte ein. Zur selben Zeit hat Lars einen Unfall mit dem Schlitten, bei dem ihm die Schlittenhunde davonlaufen.

    Auch wenn sich Ellens Traum langsam zum Alptraum entwickelt, kommt doch irgendwann endlich mit der wiederkehrenden Sonne die langersehnte "Stunde des Lichts". Der Film mit Joachim Krol und Francesca Vanthielen in den Hauptrollen wurde vier Monate lang unter Extrembedingungen in Spitzbergen gedreht. Nach seinen Erfolgen mit "Rossini" oder "Der bewegte Mann" ist Krol jetzt in einer ganz anderen Rolle zu sehen. Der wandelbare Schaupieler spielt den tolpatschigen, liebenswürdigen Einsiedler überzeugend. Ebenso treffend wählte der belgische Regisseur Stijn Coninx Krols Partnerin Francesca Vanthielen aus.

    Obwohl die 26jährige Belgierin noch wenig Kino-Erfahrung hat, versteht sie es, den Zuschauer für sich zu gewinnen. Er leidet und genießt mit ihr die Momente in der einsamen Welt ewigen Eises. "Die Stunde des Lichts" ist kein actiongeladener Thriller. Der Film lebt vielmehr von zwei Charakteren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sowie atemberaubenden Landschaftsaufnahmen. Daß aus Ellen und Lars am Ende doch noch ein Paar wird, ist kaum verwunderlich, denn im Kino ist es nie so kalt, daß darunter die Liebe leiden müßte.

    Susann Huster, AP

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