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  • Kritik: Die Stunde der Rabenmutter

    Dies soll die Geschichte vom häßlichen Entlein sein, das im neuen Gefieder zu einem besseren Selbst findet. Tatsache ist jedoch, daß Barbra Streisand im gewandelten Outfit mit Make-up und Dauerwelle auf eine Weise schrecklich aussieht, die all ihre Absichten unterwandert. Wenn Jeff Bridges mit offenem Mund auf die runderneuerte Streisand starrt, weiß man nicht so recht, ob ihn nicht doch das pure Entsetzen erfaßt hat. Auf alle Fälle ist das dann nicht mehr die Streisand, die wir kennen und lieben.

    Auf sonderbare Weise versucht sie einem Bild zu entsprechen, das gerade in dieser Erscheinung schon längst überwunden ist. Als Low-Fat-Work-Out-Monster wirkt sie jedenfalls nicht halb so sexy wie Lauren Bacall, die hier als herrlich barsche und schließlich rührend einsichtige Rabenmutter den Auftritt ihres Lebens (post Bogart) hat. Diese romantische Komödie läßt ihre Zuschauer stets im Unklaren läßt, ob sie ernst oder komisch sein will. Jeff Bridges wirkt jedenfalls in einer Rolle, die Cary Grant zum Leuchten gebracht hätte, hoffnungslos untermotorisiert; und Pierce 007 Brosnan steht in dem Film herum wie in besserer Leute Wohnungen die Ming-Vasen. Immerhin ist der Film für erwachsene Menschen gemacht, aber er dürfte ihnen nichts erzählen, was sie nicht schon wissen.

    Doch warum für eine so brave Geschichte ein vierzig Jahre alter französischer Film herhalten mußte, Andr� Cayattes Der Tag und die Nacht, kann wahrscheinlich auch in Hollywood keiner mehr erklären. Bei Cayatte hat wenigstens Bourvil den Mann umgebracht, der Mich�le Morgan vom häßlichen Entlein in einen Paradiesvogel verwandelt hat. Das gleiche hätte Barbra Streisands Imageberater auch verdient.

    MICHAEL ALTHEN THE MIRROR HAS TWO FACES, USA 1996 - Regie: Barbra Streisand. Buch: Richard Lagravense. Kamera: Dante Spinotti, Andrzej Bartkowiak. Schnitt: Jeff Werner. Musik: Marvin Hamlisch. Darsteller: Barbra Streisand, Jeff Bridges, Lauren Bacall, Mimi Rogers, Pierce Brosnan, George Segal, Brenda Vaccaro. Verleih: Columbia-TriStar. 126 Minuten.

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