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  • Kritik: Die Sommerkomödie des Jahres?

    Witzige Romanvorlage von Helen Fielding

    Der Film basiert auf der Romanvorlage von Helen Fielding, jenen fiktiven Tagebüchern, die sich weltweit rund fünf Millionen Mal verkauften. Bridget Jones, Londoner Medienfrau, hat eine Ich-bin- Anfang-30-Krise und reagiert wie alle Singles allergisch auf die Frage: "Und, was macht das Liebesleben?" Bridgets Mutter will sie auf einer Party mit Mark Darcy (Colin Firth) verkuppeln. Das Problem: Mark trägt einen selbst gestrickten Pulli mit einem Elch drauf, und auch Bridget sieht mit einem teppichartigen Kleid nicht viel besser aus. Das ist das Ausgangsszenario einer launigen und - größtenteils - gelungenen Komödie.

    Zu verdanken ist das hauptsächlich Renee Zellweger ("Nurse Betty"), die kaum wiederzuerkennen ist und sich für die Rolle angeblich rund 20 Pfund und authentische Problemzonen zugelegt hat - sympathisch angesichts magersüchtig wirkender Seelenverwandter wie Calista Flockheart aus der TV-Serie "Ally McBeal". Und obwohl Zellweger aus Texas kommt, gibt sie eine authentisch englische Bridget, wie auch die britische Presse feststellte.

    Unsäglicherweise trägt "Bridget Jones" in Deutschland den Untertitel "Schokolade zum Frühstück", was nach Hera Lind und betulichem Frauenbuch klingt. Falsch: Der Film spielt eher in der Liga von Nick Hornbys "High Fidelity". Bridget stolpert von einem Single-Abenteuer ins nächste, verliebt sich in ihren Chef und verliert ihren Job. Bis sie und Mark Darcy schließlich zueinander finden, hält Bridget eine peinliche Rede, erlebt eine missglückte TV- Premiere und tritt einmal im Bunny-Kostüm auf einer Gartenparty auf.

    Auch wenn es nicht danach klingen mag: "Bridget Jones' Diary" basiert auf Jane Austens Klassiker "Stolz und Vorurteil". Passenderweise spielt auch Colin Firth die Rolle des Mark Darcy - wie schon in der erfolgreichen Austen-Verfilmung der BBC. Es geht also eigentlich um die Liebe, oder besser, den komplizierten Weg zueinander. Konservativ ist der Film, weil er unterstellt, dass eine Frau unbedingt einen Mann braucht - und das sei ein Gedanke, der schon bei Jane Austen passe war, monierte der "New Yorker".

    Was aber "Bridget Jones" davor rettet, einen faden Beigeschmack zu hinterlassen, ist die witzige Romanvorlage von Helen Fielding, die von einer Zeitungskolumne zum Bestseller (mittlerweile mit Fortsetzung) aufstieg. Außerdem helfen ein Gastauftritt von Salman Rushdie, Autoren wie Richard Curtis von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" sowie Hugh Grant, der keinen Millimeter von seinen üblichen Rollen abweicht und den bewährt zerzauselten Liebhaber spielt. Stellt sich aber die Frage "Buch oder Film?", müsste die Antwort heißen: "Buch".

    Caroline Bock, dpa

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