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  • Kritik: "Die Putzfraueninsel":

    Hamburg (dpa) - Der Filmtitel führt eigentlich auf die falsche Fährte: Es geht in der "Putzfraueninsel" weder um die so benannte Mittelmeerinsel Mallorca noch um Putzfrauen. Die gefühlvolle Komödie von Peter Timm ("Go Trabi Go", "Ein Mann für jede Tonart") baut ganz auf zwei äußerst eigenwillige und unabhängige Frauen, die Freundschaft schließen, obwohl etwa 50 Jahre Alter und Lebenserfahrung zwischen ihnen liegen.

    Irma (Jasmin Tabatabai) ist der Prototyp eines Berliner Girlies: jung, sexy, chaotisch und frech. Sie begleitet einen schwulen Männerchor herzzerreißend schön auf der Balalaika, hat einen verheirateten Lover und verdient sich ihr Geld als Putzfrau in einer Villa, wo sie auch gern mal selbst in die Badewanne steigt. Irma lebt ein buntes, aber auch einsames Leben. Das ändert sich schlagartig, als sie eine böse Entdeckung macht: Die habgierige Hausherrin versteckt ihre Schwiegermutter, der die Villa gehört, im Keller.

    Kurzerhand rettet Irma die völlig verwahrloste Alte (Christine Oesterlein) aus ihrem Gefängnis, bringt sie in ihre Wohnung und päppelt sie auf. Doch Oma Nelly entpuppt sich nicht als hilflose Seniorin, sondern erwacht als extravagante Dame mit Witz, Mut und bewegter Vergangenheit, die durchaus ihre eigenen Pläne mit Irma, der Villa und dem Rest ihres Lebens hat. Und Mallorca, wo sie in ihrer Jugend wildromantische Tage verbracht hat, spielt dabei eine besondere finale Rolle.

    Die 25jährige Jasmin Tabatabai und die 72jährige Christine Oesterlein sind Herz und Seele der "Putzfraueninsel". Tabatabai, spontan und schnoddrig, ist einer der Shooting Stars des neuen deutschen Films. Oesterlein, würdevoll und ausdrucksstark, stand zuletzt bei den Salzburger Festspielen auf der Theaterbühne. Voller Spielfreude räumen diese Powerfrauen auf und reißen der Familie in der Villa die heuchlerische Maske herunter. Sie verkörpern die junge und alte Generation, sind sich viel ähnlicher, als zunächst zu ahnen war.

    Das starke, sympathische Duo sorgt auch für die Glaubwürdigkeit der Geschichte nach dem gleichnamigen Erfolgsroman von Milena Moser. Denn Peter Timms Film hat zwar etliche komödiantische Highlights zu bieten, droht manchmal aber auch in allzu grotesken Klamauk abzugleiten: Die böse Schwiegertochter ist ausgerechnet eine karrieregeile Richterin, die beinahe über Leichen geht. Ihr stets ungekämmter Mann flieht vor der Realität und widmet sich den Sternen. Irmas Liebhaber, selbst reichlich neurotisch, sucht als Psychiater sein Heil in der (Fehl)Analyse. Neben den Hauptdarstellerinnen verblassen diese Figuren als Staffage und Klischee

    Von Karin Zintz, dpa

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