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  • Kritik: Die Liebe ein Schlachtfeld

    Bald nach dem Zweiten Weltkrieg brach der Kalte Krieg unter den zuvor Alliierten aus. Tschechische Piloten, die bei der britischen Air Force gegen die Deutschen gekämpft hatten, wurden zu Hause nicht als Helden empfangen, vielmehr als "Volksfeinde" in Arbeitslager gesteckt. Diesen Vergessenen ist Jan Sveráks Film "Dark Blue World" gewidmet, doch vor allem ist es, wie der Regisseur betont, ein "Film über Freundschaft und Vergebung".

    Es geht um die Geschichte des Piloten Franta Slama (Ondrej Vetchy) und seines jungen Schülers Karel (Krystof Hadek). Nach dem Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei hatten sie sich 1939 gemeinsam nach England zur Royal Air Force abgesetzt, doch der wahre Krieg soll für beide nicht in der Luft, sondern auf dem Schlachtfeld der Liebe stattfinden. Karel verliebt sich in Susan (Tara Fitzgerald), doch sie sucht die Beziehung zu Franta. Liebe, Leidenschaft und Verrat in Zeiten des Krieges, die Männerfreundschaft zwischen dem Mentor und seinem Schützling zerbricht.

    Das Drehbuch zu "Dark Blue World" schrieb wieder Zdenek Sverák, der Vater des Regisseurs. Der erfolgreiche Autor und Schauspieler stand in ihrem letzten gemeinsamen Film "Kolya", der 1997 den Oscar für den besten ausländischen Film erhielt, als Hauptdarsteller vor der Kamera. "In unseren Filmen geht es um eigene Erfahrungen", sagt Jan Sverák. In dem neuen Streifen spiele dabei eine starke Bindung zwischen einem Mentor und seinem Schüler eine entscheidende Rolle. Und es gehe auch darum, dass die "Beziehung zu einer Frau, Sex, Leidenschaft und Liebe so eine Freundschaft zerstören" könne.

    Material aus "Battle of Britain" wiederverwendet

    Mit einer heroischen Wende findet der Liebeskrieg unter feindlichem Beschuss ein dramatisches Ende. Dass sich diese Geschichte dabei nicht melodramatisch und ohne Pathos entwickelt, gehört zu den Qualitäten dieses Films. Die Szenen in der Luft wurden wegen des kleinen Etats überwiegend mit Spezialeffekten realisiert. Dazwischen befinden sich auch filmhistorische Aufnahmen: Unbenutztes Material von den Dreharbeiten zu "Battle of Britain" (Luftschlacht um England) von 1968, das der Produzent Eric Abraham in London entdeckte.

    "Die schlimmen Dinge erlöschen in der Erinnerung"

    Düster, wie es der Titel "Dark Blue World" suggeriert, ist es nur im Arbeitslager, wo der inhaftierte Franta seine Geschichte einem Mitgefangenen erzählt. Die Optik des Kriegsgeschehens ist eher sonnig. "Warum machen wir es so schön?", fragte sich auch der Regisseur nach dem Ansehen der ersten Muster. Und dann sei es ihm bewusst geworden: "Wenn man mit Veteranen über den Krieg spricht, dann sagen sie, es sei die beste Zeit ihres Lebens gewesen. Die schlimmen Dinge erlöschen in der Erinnerung."

    Ricarda Schrader, dpa

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