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  • Kritik: Die allerschönsten Männer des CIA

    Politische Hintergründe nur Kulisse für Starauftritte

    Die CIA-Gewaltigen haben aus politischen Gründen keinen Ehrgeiz, ihren eigenen Mann aus dieser fatalen Lage zu befreien. Doch Muir will den Freund und Kollegen keinesfalls seinem Schicksal überlassen. Ob er damit Erfolg hat, erfahren wir erst am Ende des Films "Spy Game - Der finale Countdown" von Tony Scott, der am 14. März in die Kinos kommt.

    Denn vorher zeigen lange Rückblenden, wie sich Muir und Bishop im Vietnam-Krieg begegneten, wie sie im Berlin des Kalten Krieges und im Beirut des Bürgerkriegs harte Feuerproben durch- und überlebten. All das begründet eine Männerfreundschaft, die sich in der Stunde höchster Not auch unter Einsatz ganz ungewöhnlicher Mittel bewähren muss. Dass er dabei ein Doppelspiel aufführen muss, fällt dem Veteranen im Agentengeschäft naturgemäß nicht sonderlich schwer.

    Mit Robert Redford als Muir und Brad Pitt als Bishop präsentiert der Film zwei populäre Superstars aus zwei Generationen in den Hauptrollen. Trotzdem funktioniert das keineswegs so, wie es sicherlich beabsichtigt war. Denn die Konstruktion ist einfach zu umständlich: Die Kernsituation der Handlung beinhaltet eine große räumliche Entfernung der beiden Akteure, die nur aufgehoben werden kann mittels verschachtelter Rückblenden. Das nimmt dem Zusammenspiel zweier so attraktiver Darsteller aber viel von seinem Reiz und Dynamik. Denn es ist ja immer klar, dass Muir und Bishop die vergangenen Gefahren in Freundschaft überstehen werden.

    So gerät "Spy Game" zu einem weitgehend überraschungslosen, mit vielen Klischees behafteten Film, was sich im Finale nur bestätigt. Irgendwie meint man, das alles schon viele Male gesehen zu haben: Der alte Fuchs und der junge Draufgänger, die letzte Bewährungsprobe vor der Pensionierung, die wundersame Rettung eines schon Verlorenen. Natürlich schaut man einem Robert Redford immer gerne bei der Arbeit zu, erinnert sich aber gerade deshalb wehmütig an weit bessere Filme mit dem Schauspieler und Regisseur, der Ende März einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk bekommen wird.

    Unter den teilweise unangenehm penetranten Patriotismus-Streifen aus der aktuellen Hollywood-Produktion ist "Spy Game" noch von der dezenteren Sorte. Aber auch Scotts Film betrachtet die Welt aus einer imperialen Sicht, in der CIA-Agenten zum Wohle der westlichen Zivilisation eigentlich alles erlaubt ist. Wir sehen als Zuschauer die Krisenherde aus ihrer Sicht und ihrem Interesse, wir sehen aber nicht, ob das Eingreifen von Muir und Bishop positive oder negative Folgen hat. Und die ungeliebten Chinesen werden einmal mehr nicht von ihrer besseren Seite gezeigt.

    Gewiss sind die politischen Hintergründe nur Kulisse für die Starauftritte von Redford und Pitt. Aber ihre ideologische Einseitigkeit hinterlässt doch einen faden Beigeschmack. Die Berlin-Szenen wurden übrigens in Budapest gedreht, die in Vietnam und Beirut spielenden Passagen in Marokko am Rande der Sahara sowie in der Küstenstadt Casablanca. Nichts ist also, wie es scheint, das ist Kino. Aber gutes oder gar großes Kino ist dieser Film trotz der beiden berühmten Namen leider nicht geworden: "Spy Game" ist eine echte Enttäuschung.

    Wolfgang Hübner, AP

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