40.000
  • Startseite
  • » Kritik: "Die Akte Jane"
  • Kritik: "Die Akte Jane"

    "Sechzig Prozent von euch werden es sowieso nicht schaffen - das ist ein historischer Fakt." Ein erbarmungsloser Drill, ohne auch nur an Schlaf denken zu können, liegt vor Navy Intelligence Officer Lt. Jordan O' Neil alias Hollywoodstar Demi Moore als Hauptdarstellerin in dem Film "Die Akte Jane". O'Neil ist die einzige Frau, die als Probekandidatin für das Training der Elite-Kampftruppe "Navy SEALs" ausgewählt wurde - und es auch besteht. Ein Tatbestand, der im fernen Washington für Aufsehen sorgt - wurde doch ganz fest mit ihrem Scheitern gerechnet. Das Intrigenspiel beginnt...

    "Vor etwa zweieinhalb Jahren ist eine der letzten 'männlichen Bastionen' in den USA gefallen - eine Frau erkämpfte per Gerichtsbeschluß die Zulassung zu der Militärakademie 'Citadell' in Charleston im Bundesstaat South Carolina", erzählt der 59jährige britische Regisseur Ridley Scott in einem dpa-Interview. "Demi Moore kam daraufhin auf mich zu und fragte, ob wir nicht einen Film darüber machen könnten. Diese Art von Film war auch für mich Neuland, und der Stoff interessierte mich. Schließlich ist die Frage doch auch berechtigt, warum es Frauen nicht erlaubt sein sollte, eine solche militärische Ausbildung zu erhalten", meint Scott.

    Für den Regisseur, bekannt unter anderem für seinen Science Fiction-Thriller "Alien" (1979) und die Komödie "Thelma und Louise" (1991), war Demi Moore auch die einzige Schauspielerin, die er sich in der Rolle von O'Neil vorstellen konnte. "Demi ist unheimlich willensstark - sie wollte alles selber machen, ohne Tricks. Und sie hat es geschafft. Man bekommt sogar Gewissensbisse, wenn man ihr zusieht, so sportlich ist sie." Obschon sich Moore bereits für "Striptease", den teuersten Flop des Jahres 1996, in Form brachte, beeindruckt sie als G.I. Jane mit ihrem durchtrainierten Körper.

    Zur Vorbereitung auf den Film besuchte Scott die Naval Base in Coronado, Kalifornien, wo er in den Ausbildungsverlauf eingeführt wurde und mit vielen "SEALs" sprach. Diese Elite-Truppe wurde unter Präsident Kennedy nach dem Fiasko in der Schweinebucht in Kuba ins Leben gerufen. Sie wird für extrem schwierige Operationen eingesetzt, für die keine andere Einheit ausgebildet ist. "Die SEALs standen der Vorstellung, daß in Zukunft auch Frauen an dem achtmonatigen Training teilnehmen könnten, aufgeschlossen gegenüber. Wenn Frauen sich für eine militärische Kariere entscheiden, warum nicht?", meint Scott.

    Die sportlichen Kriterien für die Auswahl der Schauspieler waren sehr hoch, um das harte Training der "Navy SEALs" möglichst real erscheinen zu lassen. Sie alle mußten einen Leistungstest bestehen, um dann vor Filmbeginn ein 14tägiges Intensivtraining zu absolvieren. So verwundert es nicht, daß die Hälfte der Darsteller aus dem militärischen Bereich kommt oder sogar ehemalige "SEALs" sind.

    "Während der gesamten Filmaufnahmen stand uns ein Berater der SEALs zur Seite, damit wir den Trainingsablauf so authentisch wie möglich erscheinen lassen", erzählt Scott. Keinerlei Unterstützung hätten sie jedoch vom Pentagon erhalten - trotz langer Bemühungen. "Warum nicht, das habe ich auch nicht verstanden - na ja, die Politiker im Film werden nicht gerade als ehrliche Menschen dargestellt..."

    Die beeindruckendste Szene im Film spielt jedoch abseits des Trainingsgeschehens. Demi Moore steht vor einem Spiegel und rasiert sich kurzentschlossen den Kopf. Eine Filmfreiheit, denn auf der Militärakademie "Citadell" ist das Kopfscheren nur den männlichen Kadetten vorbehalten. "Diese Szene ist eine der wichtigsten im Film und war unvermeidbar, zeigt sie doch am besten das Ausmaß des Engagements von O'Neil für ihren Job", meint Scott. Selbst der scheinbar gefühlskalte Master Chief John Urgayle (Viggo Mortensen) muß ihr letztendlich seine Anerkennung zollen. Bevor es der Zuschauer realisiert, ist das Training längst keines mehr und der Einsatzort außerhalb Amerikas, im Mittleren Osten. O'Neil muß zeigen, was sie gelernt hat, und riskiert ihr Leben, um Urgayle zu retten.    

    Andrea Köhler, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    -3°C - 4°C
    Sonntag

    -5°C - 2°C
    Montag

    -3°C - 2°C
    Dienstag

    -2°C - 4°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!