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  • Kritik: Dichter Hochglanz-Film:

    Hinter der Skyline von Los Angeles geht die Sonne im Zeitraffer auf und wieder unter, während sich der dichte Verkehr unverändert über den Highway schiebt. Das Bild stammt aus Willard Carrolls neuem Film "Leben und Lieben in L.A.".

    In der mit romantischen Vorstellungen aufgeladenen Stadt spielen sechs Geschichten über die Liebe, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Joan, eine der Hauptfiguren, erzählt eingangs, was ein Freund zu ihr gesagt hat: Über die Liebe reden, sei wie tanzen über Architektur (nämlich Unsinn).

    Reden über die verschiedenen Formen der Liebe ist dennoch das Leitmotiv des Films. Hannah und Paul sind nach 40 Jahren Ehe in einer Krise und sprechen über eine Affäre, die Paul vor 25 Jahren hatte. Mildred redet mit ihrem sterbenden Sohn Mark ehrlich über bisher Verschwiegenes. Hugh erzählt in Bars erfundene Geschichten über sein Liebes-Unglück. Und für Gracie und Roger führt das miteinander Reden zur Trennung während Meredith und Trent darüber zu einander finden.

    "Leben und Lieben in L.A." ist ein Hochglanz-Film. Bekannte Darsteller wie Sean Connery, Dennis Quaid, Gillian Anderson und Angelina Jolie spielen die Protagonisten. L.A. dient den Geschichten als atmosphärische Kulisse und ist von Kameramann Vilmos Zsigmond stimmungsvoll fotografiert, fast immer nachts. Gut eingerichtete Häuser mit Swimmingpool, angenehme Hotelzimmer und angesagte Clubs zeigen ein bisschen viel ReichSchön-Ambiente.

    Die romantische Komödie strahlt aber auch etwas von der märchenhaften Aura aus, welche die Metropole in Filmen häufig umgibt. Die Stimmung des Films lässt an Steve Martins "L.A. Story" denken. Neben der dort geschilderten Hektik der angesagten Erfolgsmenschen passiert es in einer Sommernacht plötzlich, dass ein Stau- Hinweisschild anfängt, mit Steve Martin zu reden. Die Romantik ist bei Martin wie auch bei Carroll trotz des Komödiantischen ernst gemeint. Die schönen und optimistischen Bilder des Films werden außerdem begleitet von traurigen Ereignissen wie Marks Tod.

    "Leben und Lieben in L.A." (Originaltitel: "Playing by Heart") ist ein leichter, schöner Film, der Sehnsüchte lebendig inszeniert. Die soziale Wirklichkeit bleibt zwar ein bisschen außen vor, wenn Joan nur im Nachtleben oder beim Telefonieren zu sehen ist. Aber die Erlebnisse der vorgestellten Menschen sind wahrhaftig erzählt und lassen sich im Licht eigener Alltagserfahrungen lesen. Aus den verschiedenen Stories, die am Ende zusammengeführt werden, entsteht ein dichter Film.

    Nina Lepsius, dpa

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